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ſie ſtimmt uns zu weihevollem Ernſt, weil ſie vor Allem unſeren Blick über jenes Ende hinaus⸗ richtet auf ein noch ferneres. Nicht dazu bergen wir jetzt dieſe Urkunden und Erinnerungszeichen in die Schwelle dieſes Portals, damit ſie daſelbſt vermodernd zerfallen, ſondern daß ſie künftigen Geſchlechtern ſpäteſter Tage dereinſt Kunde bringen mögen von dieſen Tagen. Denn wie dieſe Fun⸗ damente nicht haben gelegt werden können, ohne daß ein Gebäude ihm hat weichen müſſen, das einſt den Zeugen ſeiner Entſtehung ſtattlich genug vorkommen mochte, ſo— wiſſen wir— werden auch dieſe feſter gefügten Quadern und Steine einſt wiederum dahinſinken, neuen Schöpfungen, ſo Gott will, Raum zu geben. Und indem wir nun des Tages gedenken, da dieſe Urkunden wie⸗ derum werden ans Licht gezogen werden, wird unſer: das walte Gott! zu einem betenden Wunſch nunmehr für ſeine Zukunft. So bitten und wünſchen wir denn, daß ſie friedliche und glückliche Tage ſchaue, friedevoll nach innen und außen, daß
Deutſche Treue, deutſcher Gott,
Deutſcher Glaube ſonder Spott,
Deutſcher Muth und deutſcher Stahl
Die vier Helden allzumal allezeit ſich ſtark und ſieghaft erwieſen haben mögen, niederzukämpfen alles, was Zwietracht und Parteiung im Innern, Mißgunſt und Argliſt von Außen an Gefahren mögen heraufbeſchworen haben. Wir wünſchen und bitten, daß das monarchiſche Preußen auch in die fernſte Zukunft hinein wie ein„rocher de bronze ſtabilirt“ geblieben ſei, an welchem aller Wogendrang gleich machender Sturmfluth ohnmächtig zerſchelle; daß das Haus der Hohenzollern ſeine Geſchichte ohne Gleichen unentwegt und ruhmvoll fortgeführt haben möge nunmehr als Führer, Schirmer und Mehrer des neuerſtandenen Kaiſerreichs im Sinne unſeres jetzigen herrlichen Kaiſers, Königs und Herrn, der jenen künftigen Geſchlechtern der Große heißen wird. Wir wünſchen und bitten, daß dem deutſchen Volke auch fernerhin der Ruhm geblieben ſei, das erſte zu ſein in der Pflege von Kunſt und Wiſſen⸗ ſchaft, daß ſein ſtaatliches Leben ſich auf dem Grunde maßvoller Freiheit und ſtrenger Selbſtzucht immer reicher möge erbaut haben, daß all' ſein Thun und Dichten aber Vertiefung und Verklärung, Wahrheit und ſeine Weihe empfangen haben möge aus der Innigkeit eines durch das Evangelium ſich ſtets erneuernden religiöſen und kirchlichen Lebens, daß dieſes ſelbſt endlich gefunden haben möge die vollendete Ausgeſtaltung, nach welcher die Kirche weder Herrin wird des Staates, noch auch ſeine Magd, ſondern nebengeordnete, zur Eintracht mit ihm verbundene Genoſſin. Wir wünſchen und bitten endlich, daß dieſe unſere liebe Stadt Rinteln geſegnet ſei in jener fernen Zeit durch Wohlſtand im Handel und Wandel, ſich auszeichne durch ſchlichten Bürgerſinn, Treue nnd unge⸗ ſchminkte Frömmigkeit.
Wenn dann nur die ſpätgeborenen Geſchlechter auch von dieſer Schwelle zu ſagen wiſſen, daß viele Generationen von Lehrern und Schülern über ſie hingegangen ſind, die tüchtig waren in ihrem Kreiſe zu ihrem beſcheidenen Theil mitzuhelfen zur Erfüllung ſolcher Wünſche. Und ſo wird endlich unſer:„das walte Gott“ von ſelbſt auch zu einem beſonderen Wunſche für dieſe künftige Anſtalt. Wolle Gott, der Herr, in Gnaden geben, daß es ihr nie fehle an Lehrern, welche ſelbſt ge⸗ gründet und erbauet im Ewigen, auch geſchickt ſind zu bauen für das Ewige, aus dem Reichthum ihres Wiſſens der durſtigen Jugend Ströme zu ſpenden lebendigen Waſſers, und aus der Kraft eines


