Aufsatz 
Bericht über die Grundsteinlegung zum neuen Gymnasial-Gebäude / vom ... Otto Frick
Entstehung
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charaktervollen Wirkens einen Anſtoß zu geben zu einer ewigen Bewegung. Wolle Gott, der Herr in Gnade geben, daß dieſe Anſtalt viele Generationen von Schülern entlaſſe nicht nur ausgeſtattet mit Wiſſen und Kenntniſſen, ſondern auch mit jenem Zug nach Wahrheit, welcher das Dichten und Denken über alles Niedere und Gemeine emporreißt in das Reich der Ideen und hinführt zu der Quelle der ewigen Wahrheit, mit jener Weihe des Gemüthes, welche das Wollen in andachtsvolle Beziehung ſetzt zum Tiefſten und Höchſten und es dadurch fruchtbarer macht zur Erzeugung character⸗ voller Perſönlichkeiten.

Dann wird der Bau, der ſich hier als ſtattliche Zierde für Jahrhunderte erheben ſoll, ſeine Beſtimmung erfüllt haben; dann wird, was in ihm gebaut werden wird, ihn ſelbſt überdauern. In ſolchem Sinne, mit ſolchen betenden Wünſchen ſprechen wir unſer:das walte Gott.

Und ſo bleibt was wir hier thun nichts Aeußerliches Wie die drei Schläge der Betglocke, die drei Hände Erde bei einem Begräbniß, ſo ſollen die drei Hammerſchläge, mit welchen wir den Beginn des Baues weihen, es andeuten, daß, was hier begonnen und geſchaffen wird, im Namen des dreieinigen Gottes geſchehe, welcher der granitene Grund unſeres zeitlichen und ewigen Daſeins iſt, auf dem dechalh auch errichtet werden muß alles, was Beſtand haben ſoll in Zeit und Ewigkeit.

So ſei Er uns freundlich und fördere das Werk unſerer Dände bei uns; ja das Werk unſerer Hände wolle Er fördern. Amen..

Während ſodann der Gymnaſialchor die Motette von Bortnianskydu Hirte Israels anſtimmte, wurde der die Urkunden enthaltende und zuvor verſchloſſene aus Zink gefertigte Doppel⸗ Cylinder von den Werkleuten in die zu ſeiner Aufnahme beſtimmte Höhlung der Schwelle einge⸗ laſſen. Darauf verlas der Primus omnium Georg Böhling aus Rodenberg den Wort⸗ laut der lateiniſchen, der Sextaner Ludwig Poppelbaum aus Rinteln den Wortlaut der deutſchen Urkunde. Die lateiniſche Urkunde lautet:

Q.D. B. V. Anno orbis redempti milesimo octingentesimo septuagesimo quinto constituti regni Borussorum centesimo septuagesimo quinto, adiuncti ad regnum electoratus Hassiaci decimo, imperii Germanici recens consociati constitutique quinto, Auspiciis sapientissi- mis felicissimisque Augustissimi et Potentissimi Principis ac Domini Domini

GUIILIEILNII Imperatoris Germanorum, Borussorum regis, patris patriæ, Imperatoris, regis, domini nostri longe clementissimi, in Hassia provincia præside collegii regii quod est a consiliis et regimine scholarum viro amplissimo illustrissimo Ludovico domino de Bodelschwingh Summo provinciæ præfecto, summorum ordinum equite, a consiliis rei scholastice viro humanissimo ornatissimo Theodoro Rumpel, philosophiæ doctore, equite, rectore Ottone Frick, philosophiæ doctore, preceptoribus Guilielmo Meurer, Ludovico Stacke, Augusto Kutsch, Hugone Suchier, Alfredo Berlit, crucis ferreæ equite, Daniele Birkenstamm, Augusto Rosenstock, Paulo Bickhoff, Christiano Kapmeier, cantore, externarum gymna- sii rerum administrandarum socio Carolo Krœger, comitatus Schaumburgensis præfecto regio, novarum œdium quas loco veteris cœnobii post sublatam literarum universitatem Rinteliensem in scholarum usum anno MDCCCXVII adhibiti publico sumptu ædificari