Aufsatz 
Bericht über die Grundsteinlegung zum neuen Gymnasial-Gebäude / vom ... Otto Frick
Entstehung
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1. November 1874 mit der Niederreißung der zum Abbruch beſtimmten Baulichkeiten begonnen werden Es mußten niedergelegt werden: die ganze Vorderfront und die beiden Seitenflügel des alten Univerſitäts⸗Gebäudes, von welchem in Zukunft nur noch die nach dem Wall und der Exter hinausgelegene Hinterſeite ſtehen bleiben wird. Mit dieſen Arbeiten des Abbruchs, mit der Anfuhr der Baumaterialien, der Ausſchachtung des Bau⸗Terrains, endlich der Fundamentirung verging der Winter. Die Feier der Grundſteinlegung, welche urſprünglich für den Mai in Ausſicht genommen war,(ſ. Programm 1875 S. 28), wurde auf Anordnung des Königl. Provinzial⸗Schul⸗Collegiums, welches durch einen Commiſſarius dabei vertreten werden ſollte, bis zum 2. Juni verſchoben, nunmehr aber, da der Bau inzwiſchen aus den Fundamenten weit emporgewachſen war, zu einer feierlichen

Legung der Schwelle zum Haupt⸗Portal.

Es erſchienen zur Feier außer dem Lehrer⸗Collegium und den Schülern des Gymnaſiums als Vertreter des Königl. Provinzial⸗Schul⸗Collegiums der Provinzial⸗Schulrath Dr. Rumpel aus Caſſel, ſodann von geladenen Ehrengäſten der Baurath Raſ chdorff aus Cöln, der Gymna⸗ ſial⸗Director Dr. Grautoff vom Nachbar⸗Gymnaſium zu Minden, der Königl. Landrath Kröger, die Spitzen und Vertreter der übrigen hieſigen königlichen Behörden, die Geiſtlichkeit und Lehrer der ſtädtiſchen Schulen, der Bürgermeiſter Fiſcher und die Mitglieder der ſtädtiſchen Vertretung, außer⸗ dem ein zahlreiches Publikum aus der Stadt und nächſten Umgegend. Die Feſtlichkeit begann um 11 ½ Uhr mit dem Choral:Allein Gott in der Höh ſei Ehr. Darauf hielt der Unterzeichnete folgende Anſprache:

In Gottes Namen! Amen. Es iſt ein guter alter Brauch in deutſchen Landen, daß man dem Beginn der Errichtung öffentlicher Gebäude eine beſondere Weihe zu geben ſucht. Was ſoll ſie bedeuten? Eingedenk der Worte des Pſalmiſten(127,1)Wo der Herr nicht das Haus bauet, ſo arbeiten umſonſt, die daran bauen, ſpricht man mit dem frommen Liede und aus der Stimmung heraus, welche in den beſten Tagen unſerem ganzen deutſchen Volk natürlich war:

Das walte Gott, der helfen kann,

Mit Gott fang' ich mein' Arbeit an; Mit Gott nur geht es glücklich fort; Drum iſt auch dies mein erſtes Wort: Das walte Gott!

Indem man mit dem Anfang das Ende zuſammen hält, und den Blick hinwendet zu dem Zeitpunkt, da dieſe emporwachſenden Mauern vom ſchirmenden Dach umſchloſſen des ſchaffenden Meiſters Gedanken allen klar und deutlich werden hingeſtellt haben, und indem man alles deſſen gedenkt, was dazwiſchen liegen wird von mühſamer Arbeit rühriger Hände, wird unſerdas walte Gott zuerſt zu einem betenden Wunſch, daß Er in ſeine treue Hut nehme alle, die an dieſem Werke ſchaffen, daß nicht ein Unfall ſie treffe, und nicht Seufzer und Klagen mit hineingebaut werden, ſondern fröhliche Gedanken einer in freudiger Hoffnung ſchaffenden Genoſſenſchaft, daß ſchließlich der vollendete Bau ein laut redendes Zeugniß werde nicht nur der im Reiche des Idealen bauenden Kunſt, ſondern auch jenes goldenen Handwerks, welches zu allen Zeiten des deutſchen Volkes Stolz und Ehre geweſen iſt und bleiben ſoll.

Aber, und darin liegt die Eigenartigkeit gerade der Feier einer Grundſteinlegung

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