Aufsatz 
Die gegenwärtige Bedeutung des mathematisch-physikalischen Unterrichts an Gymnasien.
(Entsprechend der Zirkularverfügung vom 31. März 1882.)
Entstehung
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seines Einflußes verzichten, wenn ihm die Möglichkeit fehlt, auch außer den wenigen Schulfesten und in Abwesenheit eines weiteren Publikums seine Schule um sich zu versammeln.

Kurz nach Beginn des Wintersemesters, am 18. Oktober, fand die musikalisch-theatra- lische Aufführung der Schüler der oberen Klassen im Saalbau statt. Die Captivi des Plautus wurden in der Originalsprache aufgeführt, ferner der dritte Akt von Kleists Prinz von Homburg und ein Lustspielchen. Von dem Publikum, das aus den Eltern und Verwandten unserer Schüler bestand, wurden diese Leistungen, wie die der trefflich eingeschulten kleinen Kapelle mit freund- lichem Beifall belohnt. Herr Schneider und Herr Diez, die sich der Einübung der jugend- lichen Kräfte auch diesmal wieder mit solcher Aufopferung und so erfreulichem Erfolg gewidmet hatten, eruteten den wohlverdienten Dank, dem auch wir uns hier anschließen. Wenn es auch nicht notwendig und vielleicht nicht immer möglich ist, alljährlich solche Aufführungen zu veranstalten, so wäre doch das Erlöschen dieser am Gymnasium althergebrachten Sitte zu beklagen. Bedingung ist freilich, daß diese Feste nie die Einfachheit verlassen, die Schulfesten geziemt, und die das letzte Mal zu unserer Freude gewahrt wurde.

Am 23. und 24. November fanden unter dem Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulrats Dr. Lahmeyer im Gymnasium Konferenzen der Direktoren der beiden hiesigen Realgymnasien und des Gymnasiums und einer Anzahl von Lehrern des Lateinischen statt, um über Abände- rungen der Perthesschen Lehrmethode und Unterrichtsbücher zu beraten. So0 große Vorzüge auch diese Methode bietet, so waren doch Klagen über verschiedene Unzuträglichkeiten nicht nur aus Lehrerkreisen, sondern auch aus dem Publikum laut geworden. Bei einer so durch- greifenden Reform ist es selbstverständlich, daß der erste Entwurf nicht überall das Vollkommene erreicht. Die Praxis muß korrigierend hinzutreten und die Einseitigkeiten beseitigen, ohne die kein großer Gedanke ins Leben tritt. Um in dieser Richtung die mehrjährigen Erfahrungen der drei hiesigen Schulen zu verwerten, hatte das Königliche Provinzial-Schulkollegium die be- zeichneten Konferenzen veranlaßt. Die Beratungen führten fast in allen Hauptpunkten zu einem übereinstimmenden Urteil. Die beabsichtigten Anderungen beziehen sich auf folgende Punkte: 1) Gruppierung und Erlernung der Vokabeln; 2) Ausscheidung einer Anzahl zu schwerer Sätze und Stücke in den Lehrbücheru für Sexta und Quinta; 3) Einführung eines an Perthes sich an- schließenden Übungsbuches zum Übersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische für Quinta und Quarta des Gymnasiums; 4) Benutzung des Nepos plenior von Vogel-Jahr(in neuer verbesserter Auflage) für Quarta; 5) Abgrenzung der Pensa in der Formenlehre, Ausscheidung von Unnötigem und Vervollständigung unzureichender Stellen in dieser Grammatik. Herr Professor Gillhausen, der jetzige Herausgeber der Perthesschen Lehrbücher, der an den Konferenzberatungen sich in dankenswertester Weise beteiligte, sagte für die künftigen Auflagen die Berücksichtigung der geäußerten Wünsche zu. Soweit es möglich war, wurden durch Herstellung von Normalexem- plaren die Anderungen sogleich in Wirksamkeit gesetzt. Der Anregung des Königlichen Pro- vinzial-Schulkollegiums fühlen wir uns zu großem Danke verpflichtet. Wir dürfen hoffen, daß diese für unser Gymnasium so wichtige Angelegenheit nunmehr um ein gutes Stück gefördert ist, und daß die großen Vorzüge der Perthesschen Methode jetzt erst recht zur Geltung kommen werden.

Auf Veranlassung derselben Behörde wurden im Sommersemester und im Anfang des Wintersemesters eine Reihe von Konferenzen der Lehrer der Religion und des Deutschen ab- gehalten. Für beide Fächer wurden ausführliche, ins einzelne gehende Lehrpläne festgestellt, von