Aufsatz 
Die gegenwärtige Bedeutung des mathematisch-physikalischen Unterrichts an Gymnasien.
(Entsprechend der Zirkularverfügung vom 31. März 1882.)
Entstehung
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53 statt. Vier Abiturienten, von Amelunxen, Baer, Prigge und Tischert, wurden von derselben dispensiert, einer war nach dem ungenügenden Ausfall der schriftlichen Arbeiten zurückgetreten.

Die regelmäßige Progressionsfeier mit Preisverteilung für die Michaelisklassen wurde am 25. September abgehalten. Diese Feier, verschönt durch die Leistungen des neuen Sängerchors, fand zum ersten Male im großzen Saale des Saalbaues statt. Damit ist der alte Brauch aufge- geben, der vielen als ein besonderes Vorrecht des Gymnasiums erschien, die Schulfeierlichkeiten im Kaisersaal des Römers zu begehen. Ursprünglich war es nur ein Notbehelf. In dem alten Barfüßerkloster, an der Stelle des jetzigen Paulsplatzes, wo unsere Anstalt vom Jahre 1542 bis 1839, fast volle drei Jahrhunderte lebte, hatte sie eine Aula, das sogenannte große Auditorium. Iu demselben wurden alljährlich Ostern und Herbst die öffentlichen Schulprüfungen und die Progression oder Translokation vorgenommen. Diese Feierlichkeit datiert vom Jahre 1583, die Preisverteilung von 1561(s. Programm des Rektors Purmann vom Jahre 1779 S. 19 ff.). Hier war es auch, wo der junge Goethe außer der Reihe und ohne Schüler des Gymnasiums zu sein von dem Rektor Albrecht zu seiner großen Freude, wie er selbst erzählt, ein praemium virtutis et diligentiae in Gestalt einer silbernen Schaumünze erhielt.

Als man im Jahre 1786 mit der Niederreißung der alten Barfüßerkirche zum Zwecke des Baus der jetzigen Paulskirche begann und dabei auch Teile des Klosters fielen, mußte das Gymnasium sein großes Auditorium an die Stadtbibliothek abtreten, bis diese ein anderweites Unterkommen gefunden haben würde. Noch im Programm vom Jahre 1811 S. 1 heißt es: »Die von der Ausmittelung eines Bibliothekgebäudes abhängige Zurückgabe des Auditoriums im Gymnasium konnte bis jetzt noch nicht bewerkstelligt werden.« Jene Verhältnisse, die zur Ab- tretung des großen Hörsaales führten, sind bekanntlich schon vor Zeiten zur allgemeinen Be- friedigung geordnet, das Gymnasium aber entbehrt seit diesem Anlaß seine Aula, die es früher Jahrhunderte lang besessen. Als provisorischer Ersatz wurde ihm der Kaisersaal im Römer zu- gewiesen, offenbar weil die Gebäude dicht neben einander lagen, nur durch die Wedelgasse ge- trennt. Als dann gegen Schluß der dreißiger Jahre der endliche Ausbau der Paulskirche zu der Niederreißung des alten Barfüßerklosters führte und das Gymnasium nicht ohne Wehmut die ehrwürdigen Räume verließ und in die Predigerstraße übersiedelte, behielt man den früheren Zustand bei, der auch nach der Verlegung in die Junghofstraßze keine Veränderung erlitt. Doch war die weite Entfernung immer ein Mißstand. Bei dem Anwachsen der Schülerzahl machte die Aufstellung in dem Raum stets größere Schwierigkeiten, und wie wegen verschiedener Be- hinderungen in den letzteu Jahren fast alle gemeinsamen Schulfeierlichkeiten in Wegfall kamen, so würde dies wahrscheinlich auch für die nächsten Jahre der Fall sein, wenn nicht für ein anderes Lokal gesorgt worden wäre. Wir müssen es also mit großem Dank begrüßen, daß die städti- schen Behörden den dicht neben dem Gymnasium liegenden Saalbau für unsere Festlichkeiten zur Verfügung gestellt haben, bis durch den Bau einer Aula dem nunmehr über hundertjährigen Provisorium ein Ende gesetzt wird. Dem Wunsche, daß dies in nicht zu ferner Zukunft ge- schehe, dürfen wir wohl auch an dieser Stelle Ausdruck geben. Denn der Besitz eines Raumes, der im stande ist sämtliche Schüler aufzunehmen, ist im Leben einer Schule nicht etwas Kußer- liches oder Nebensächliches. Das Gefühl, einer großen Gemeinsamkeit anzugehören, übt eine nicht zu unterschätzende erziehliche Wirkung aus, und es kann nur durch häufige Zusammen- künfte geweckt und gepflegt werden. Insbesondere muß der Leiter einer Schule auf einen Teil