Aufsatz 
Die gegenwärtige Bedeutung des mathematisch-physikalischen Unterrichts an Gymnasien.
(Entsprechend der Zirkularverfügung vom 31. März 1882.)
Entstehung
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8 Physik nicht an Gelegenheit, seine Schüler auf weite Gebiete wissenschaftlicher Forschung aufmerksam zu machen, die jenseits der gesteckten Grenzen sich erstrecken, und ihm so eine Ahnung zu geben von der gewaltigen Entwickelung, die die mathematisch-physikalischen Studien in den letzten Jahrhunderten gewonnen haben.

nahmen von großem pädagogischen Wert. Auf folgende Momente möge namentlich aufmerksam gemacht werden unter gleichzeitigem Hinweis auf die in Anlage I zusammengestellten gesetz- lichen Bestimmungen.

1)

2)

3)

4)

Die Anfangsgründe der Mathematik werden dem kindlichen Gemüte näher gerückt:

a) hinsichtlich der Geometrie durch den in Quinta eingeführten propädeutischen linearen Zeichenunterricht;

b) durch die vorgeschriebene Anknüpfung des Unterrichts in der allgemeinen Arith- metik an das Rechnen.

Betonung der Wichtigkeit des mathematischen Unterrichts in den unteren und

mittleren Klassen, indem gewissenhafte Strenge bei der Versetzung in die oberen Klassen

gerade bezüglich der Mathematik zur dringenden Pflicht gemacht wird.

Aus dieser Bestimmung geht deutlich hervor, daß die Regierung den Wert der Mathematik durchaus nicht nach der knappen dafür verfügbaren Stundenzahl bemißt. Diese echt pädagogische Auffassung wird treffend veranschaulicht durch den von anderer Seite gethanen Ausspruch:»Ein Gymnasium ist keine Fachschule; was gelehrt wird, ist alles gleich wichtig, wenn auch in verschiedenen Portionen zugemessen. Was würde man von dem Apotheker sagen, der da meint, in dem Rezepte des Arztes sei das Volumen oder Gewicht der einzelnen Ingredienzien der Maßstab ihrer Bedeutung?«(siehe Wuttig, Thomas Arnold, der Rektor von Rugby, pag. 63.) Betonung der experimentellen Behandlung der Physik und zwar vorzugsweise in den unteren Klassen.

Verbindung der Mathematik mit der Physik, namentlich in den oberen Klassen. Diese Verbindung kommt nicht nur in hohem Grade der Physik zu gute, sondern sie weckt auch bei manchem erst ein energischeres Interesse an der Mathematik, die ja von manchem geradezu als Grammatik der Natur bezeichnet wird.(cf. K. Fresenius»die Raumlehre eine Grammatik der Naturk, Frankfurt a. M. 1854.)