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Zusätze erscheint. Grade aber in Darstellungen eines reinen freien menschlichen Da- seyns, welches nicht in dem Nebel dumpfer Geistesknechtschaft gefesselt liegt, er- scheint die Unterordnung des Menschen unter ein Höheres um so edler und würdiger, als der sich Unterordnende selbst edel und würdig ist. Wo jedoch der Widerstreit menschlicher Ansichten in dem Sittlichen zu einem unauflöslichen Widerspruch gedie- hen ist, oder der Mensch sich selbst ausser Stande fühlt eine ernste Verwickelung des Sittlichen genügend zu entscheiden, da bleibt ihm nichts übrig, als die Berufung auf ein Höheres, was er im Glauben anerkennt. Der Entscheidung des Himmels fügt sich der Mensch, ohne sich für gedemüthigt zu halten, und solange Frömmigkeit und Glau- ben herrschen, greift er das vom Himmel Geheiligte nicht mit scharfsinnigen oder spitz- findigen Erörterungen an. Vor allem ist solche Entscheidung der Dichtkunst zuträglich, welche den Geist in höhere Stimmung versetzt und zu dem Gefühle spricht, jeden edlen Schwung desselben zur Thätigkeit anregend. So erscheint es denn weit edler und erhabener, dass Philoktetes, nachdem sein Hass allen Versuchungen zur Milderung widerstanden und er sogar einen guten Ausgang in demselben erreicht zu haben glaubt, plötzlich auf ein Götterwort diesen fahren lässt und seinem Volke im Kampfe gegen die verletzte Heiligkeit des Gastrechts und schnöden Ehebruch zu Hülfe zieht, als wenn er durch Gründe des Verstandes und Erwägung der aus seiner Handlung ihm erwachsenden Vortheile dazu bewogen worden wäre. Athen hatte zur Zeit des So- phokles einen Fall, welcher die Frage von dem Verhältniss des Einzelnen zur Ge- sammtheit stark anging, nämlieh das Verhältniss des geflüchteten Alcibiades zu seiner Vaterstadt in dem schweren Peloponnesischen Kriege. Seine Rückkehr trifft in die Zeit des Sophokleischen Stücks, welches im dritten Jahre der 92. Olympiade aufgeführt ward. Ob dieses Verhältniss bei dem Dichter auf die Behandlung des Stoffes oder die Wahl desselben irgend wie einen Einfluss gehabt habe, lässt sich aus keiner Stelle des Stückes erkennen und es wäre daher eine müssige und vergebliche Behauptung, so etwas vorzugeben, zumal da auch Aeschylus und Euripides diesen Stoff behandelten und Sophokles einen Philoktetes in Troja ebenfalls dichtete, was zeigt, dass sich die Bühnendichtung dieses Stoffes bemächtigt hatte, ohne dass eine äussere Veranlassung dazu nöthig war*).
wandelt. Eins aber vermag keine Darstellung zu erreichen, nämlich die alten Götter im Ernste zu einem Wunderbaren in der christlichen Welt zu verwenden, und in den Lusiaden ergiebt sich dies nur als ein kalter Versuch dichterischer Sprache und Ausschmückung.
“) In den erhaltenen Stücken des Sophokles lässt sich überhaupt nichts nachweisen, was auf Zeitumstände, als durch sie hervorgerufen, gedeutet werden könnte. Dass ein Dichter in seiner Zeit lebe,
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