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mung der Menschen, weil sie die Einbildungskraft erregt und durch sie auf die Empfin- dungen wirkt; die Einbildungskraft aber ist ein unberechenbares Gebiet, in welchem dem Rufe des Meisters unterthan alle Wunder auf seinen Ruf erscheinen*). Der Sinn solcher Eingriffe von oben aber ist gewiss schön und zweckmässig, wenn es in dem statt findet, was das dem Menschen Heilige betrifft und was besser als auf einem Ge- bote des Himmels beruhend betrachtet wird, als dass es dem wandelbaren Urtheile des leidenschaftlichen oder betheiligten Einzelwesens überlassen bleibt. Unter dieses Hei- lige aber sind sicherlich die Beziehungen zum Vaterlande zu rechnen, zumal waren sie es bei den Griechen und Römern, so dass die Verletzung des Vaterlandes unter die grössten Frevel gerechnet ward. Auf dem Wege des grübelnden Verstandes kann es hierin eben so gut, wie in andern geheiligten Verhältnissen, eine Beurtheilung ein- zelner Fälle von besonderer Eigenthümlichkeit geben, welche scharfsinnig ausge- dacht und nach einer Seite hin folgerichtig sachgemäss erscheint, dabei aber den Boden der heiligen Pflicht schwankend macht, dass nichts mehr mit Sicherheit auf ihm ruht. Niemand wird in Abrede stellen, dass das Gefühl der Heiligkeit eines Verhältnis- ses und der Glaube, der Himmel befehle und beschirme es, eine festere Schutzwehr für dasselbe sey, als die blosse Nachweisung seiner Zweckmässigkeit und Nothwen- digkeit, welcher sich in besonderen Fällen und Lagen Nachweisungen anderer Art von Betheiligten entgegenstellen lassen. Nahm auch in Griechenland der Staat seine Bürger in allen Dingen, welche der Staat auszurichten hat, in Anspruch und gab es auch einen festen und stolzen Bürgersinn, so war doch gerade der Grieche unter den Völkern der alten Welt nicht erst Bürger und dann Mensch, sondern umgekehrt stand der Mensch über dem Bürger, und der Grieche unterschied nur zwischen edler Bildung und Rohheit, zwischen der Würde der Freiheit und der Knechtschaft, nicht abhängig von dem unvernünftigen Völkerhasse und nicht verwildert und verdumpft durch Fana- tismus, weshalb in seinen Geisteswerken das Bild der Menschheit rein, ohne störende
*) In Göthe's Faust sehen wir den Mephistopheles ohne dass unser Verstand eine Einsprache thut, und im Peter Schlemihl finden wir das Aufrollen und Einstecken seines Schattens nicht unsinnig. weil wir nicht daran in der Wirklichkeit glauben, sondern es gefällt unserer Einbildungskraft und für sie wird es zu einer Wirklichkeit. Der mannigfaltige Spuk in Hofmanns Dichtungen stösst nie unsere Theilnahme zurück, weil wir ihm das Daseyn in der Wirklichkeit des Lebens absprechen, sondern was diese öfters mindert, ist, dass wir die Absicht des Spuks zuweilen als zweite störende Ge- stalt neben demselben auftreten und diesen manchmal in den Schatten stellen sehen. Wenn die Dich- tung des Zanoni eher wunderlich als anziehend erscheinen sollte, so liegt es nicht in dem unglaublichen Wunderbaren dieser Dichtuug, sondern darin dass dieses nicht von der Schwungkraft des Wunderbaren getragen wird, vielmehr in dem alltäglichen Schritte des gemeinen Romangangs langsam am Boden


