81
zession, die 1636 wegen Befreiung der Stadt eingerichtet worden war, wieder stattfinde. In der Sitzung des Dom- kapitels vom 7. Januar 1640 schlug der Dompropst vor, sich bei dem Obersakristan des Domes zu erkundigen, wie das Direktorium in betreff dieses Umzuges laute. Domdekan und Domkustos empfahlen ihn als ein löbliches Werk. Auch im folgenden Jahre erklärte sich das Domkapitel damit einver- standen,¹) daß die Prozession und zwar Mittwoch, den 9. Januar 1641 abgehalten wurde. Weiterhin ist in den Dom- kapitelprotokollen von dieser Veranstaltung nicht mehr die Rede. Es erfolgte nämlich eine neue Besetzung der Stadt, diesmal durch die Franzosen(17. September 1644). Als diese in dem spanisch-französischen Kriege einen nicht näher bezeichneten Sieg errangen, verlangte der Kommandant Vicomte de Courval, daß gemäß des königlichen Schreibens, das er erhalten hatte, in dem Dome Te Deum laudamus gesungen werde. In der Sitzung des Domkapitels am 24. Juli 1645 bemerkten²) der Dompropst Georg Anton von Roden- stein, auch Bischof von Worms, und der Domdechant Adolf Hund von Saulheim,„dieweill es beyderseits Catholische Fürsten seyen undt solch bludtvergießen(ge) weßen seye, darin nit zu gloryren(= so sei dieser Sieg nicht zu ver- herrlichen), sondern vielmehr vor solche Seelen zu bitten, allß(also) zu inhibiren(zu verhindern), es könne(das Te Deum laudamus) in einer kirchen sonsten beschehen“. Der Domdechant Adolf Hund von Saulheim meinte, das Verlangen „könne abgewießen werden; den(n) in den tractatis zu Mün- ster expreße vor(ge)sehen(sei), daß der König in Frankreich contra die Landt nit begehr“(nichts gegen das Land be- gehren dürfe). Erst am 7. November 1659 beendete der Pyrenäische Frieden den spanisch-französischen Krieg, der seit 1635 tobte. Am 29. Dezember 1659 ordnete Kurfürst Johann Philipp von Schönborn an,³) daß aus diesem Anlaß ein Te Deum in dem Dome stattfinde. Das Domkapitel be- stimmte dafür den kommenden Dreikäönigstag und beschloß, es solle dies am Neujahrstag bekanntgegeben werden. Den schwe- disch-polnischen Krieg schloß der Friede von Oliva am 3. Mai 1660. Am 25. Mai wurde das Domkapitel angezeigt,¹) daß Johann Philipp über acht Tage aus diesem Grunde ein Te Deum laudamus halten werde. Die Erfolge, die der türkische Groß- wesir Achmed Köprili 1664 gegen österreich errang, veran-
1) M. D. P. Bd. 32 Fol. 124 Sitz. v. 4. Januar 1641.
²2) M. D. P. Bd. 32 Fol. 529 Sitz. v. 24. Juli 1645.
³) M. D. P. Bd. 35 Fol. 136 Sitz. v. 30. Dez. 1659.
4) M. D. P. Bd. 35 Fol. 183 Sitz. v. 25. Mai 1660.


