Aufsatz 
Aus der Mainzer Vergangenheit. Aufsätze zur Belebung des Geschichtsunterrichtes : 2. Teil
Entstehung
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laßten¹) Papst Alexander VII.wegen Anliegenheit des tür- kischen Wesens ein Jubiläum auszuschreiben. Der Früh- prediger des Domes sollte es nach Beschluß des Kapitels am Sonntag, den 25. Mai 1664 bekannt geben, mit dem Anfügen, daß es âuf Pfingsten(1. Juni) beginne und eine Quindene(14 Tage) dauere. Über den Aachener Frieden, der am 2. Mai 1668 den Devolutionskrieg beschloß, enthält die Chronik der Armen Klarissen in Mainz folgende Aufzeichnung:Den 3. Mai 1668 wurde eine ansehnliche Pro- zession nach Heiligkreuz geführt, um Gott zu bitten, daß die zu Aachen angefangenen Friedenstraktate einen glücklichen Ausgang gewinnen möchten und der liebe Gott den gewünschten Frieden zwischen beiden Kronen Hispanien und Frankreich verleihen wolle.

Den 17. Juni 1668 haben Ihre Kurfürstlichen Gnaden Johann Philipp von Schönborn wegen getroffenen Friedens zwischen Hispanien und Frankreich ein allgemeines Dankfest veranstaltet, bei dem sowohl der Klerus säkularis als regu- laris erschien. In der Prozession trugen Ihre Churfürstl. Gnaden das Hochwürdige und zelebrierten in Pontificalibus das Hohe Amt, worauf das Te Deum laudamus mit Lösung der Stücke gesungen wurde. Den 19. Juni 1668 hielt der fran- zösische Präsident(Resident= Geschäftsträger) Monsieur de Grauell²) ein besonderes Dankfest, welches sich auf drei Tage erstreckte.

Den 1. Tag ward das Hohe Amt und Te Deum laudamus bei den Jesuiten gesungen, welche auch zuvor ein Schauspiel aufführten. Bei der Tafel erschienen Ihre Churfürstl. Gnaden mit den Domprälaten und blieben den ganzen Tag bis des Nachts um 11 Uhr, zu welcher Stunde ein künstliches Feuer- werk aufging.

Den 2. Tag sind alle adlig-rittermäßigen Hofbedienten von gemeldetem Herrn Residenten traktiert worden.

Den 3. Tag ist dieses widerfahren den Hofräten, Rechts- gelehrten, des Stadtgerichtes und Ratsverwandten.

Der liebe Gott wolle Gnade verleihen, daß dieser Friede einen langwierigen Bestand gewinnen möge.

In dem ersten Reichskrieg gegen Ludwig XIV. gab die Eroberung Philippsburgs Anlaß,³) Sontag, den 20. September 1676 ein musikalisches Hochamt und zum Schlusse Te Deum

) M. D. P. Bd. 36 Fol. 192 Sitz. v. 24. Mai 1664. ²) Er wird erwähnt in dem Kirchenbuch St. Quintin bei einer Taufe zum 11. September 1674, der franz. Residenz Philibert

Fouche in dem Kirchenbuch St. Emmeran bei den Taufen am 9. Oktober 1684 und am 15. September 1636.

³) M. D. P. Bd. 42 Fol. 478 Sitz. v. 19. Sept. 1676.