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ment völlig dem französischen Staate eingegliedert und hatte sich an den Pflichtleistungen zu beteiligen. Es mußte zum Beispiel 1808 zu den 80 000 Mann, die der Regierung von der Konskription des Jahres 1809 zur Verfügung waren, 694 Mann zur aktiven und 231 Mann zur Reservearmee stellen.
Von den gewaltigen Kriegsrüstungen, die Napoleon nach dem Untergange der Großen Armeel¹) begann, wurde auch Mainz betroffen. Es mußte ebenfalls schwere Opfer an Geld und Menschen bringen. Eltern, welche die Flucht ihrer heerespflichtigen Söhne begünstigten, verfielen empfindlichen Strafen. In der Nacht vom 16./17. April 1813 traf Napoleon in Mainz ein. Nach einer fieberhaften militärischen, diplo- matischen und organisatorischen Tätigkeit reiste er am 24. April 13813 nach Erfurt und Lützen(Großgörschen), wo er unter großen Verlusten am 2. Mai 1813 die Verbündeten besiegte. Während des Waffenstillstandes von Poischwit⸗ (4. Juni bis 26. Juli 1313, dann verlängert bis zum 10. (16.) August) weilte er vom 26./27. Juli bis 2. August 1813 wiederum in Mainz, durch das zahlreiche Truppen marschier- ten. In Vorahnung der Entscheidung erklärte Napoleon, Mainz bedürfe ein Lazarett für 6000 kranke Soldaten. Fünf Tage nach der Völkerschlacht bei Leipzig(16., 18., 19. Ok- tober 1813 trafen die ersten verwundeten französischen Soldaten in Mainz ein.²) Nach der Schätzung des Marschalles Marmont, der Augenzeuge war, kamen im ganzen etwa 60 000 Mann nach Mainz; von diesen waren nur etwa 40 000 bewaffnet. Der Präfekt des Departements vom Donnersberg, Jeanbon St. André berichtetes) am 26. Oktober 1813 an den französischen Minister des Innern:„Jeden Tag wird eine Masse von Kranken und Verwundeten nach Mainz gebracht. Ihr Zustand ist bedauernswürdig und der Anblick ihrer Lage erhöht den Kummer des Publikums. Da ihre Ankunft nicht gemeldet war, so war auch keine Hilfe zur Hand, und der Eindruck dieser von seiten der Chefs(der militärischen Ober- befehlshaber) gewiß nicht gewünschten Verlassenheit war ein sehr betrübender. Ich machte es mir zur Pflicht, mich mit dem Maire(Macke) in Verbindung zu setzen, um das Gemüt der Mainzer zugunsten der Unglücklichen zu stimmen.
¹) Vergl. Saat und Ernte II. Teil 3. Aufl. S. 197 f.„Napoleons Rückkehr aus Rufßland“. Nach K. L. Bockenheimer, Mainz im Jahre 1812, Mainz 1913 S. 99 ff.; bearbeitet von Schrohe. ²) K. G. Bockenheimer, Mainzer Leidenstage nach der Schlacht bei Leipzig o. J.
³) Bockenheimer, Gesch. d. Stadt Mainz in den Jahren 1813 und 1314. 3. Aufl. 1866. S. 46.


