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fekten Jollivet traf seine Wahl einen Mann mit ausgezeich- neten Kenntnissen im Staats- und Gemeindedienst, einen Be- amten mit gemäßigt republikanischen Anschauungen. Sein Dienstantritt erfolgte am 22. Dezember 1800, an dem die bis- herige Munizipalität aufgelöst wurde. Zwei Kaufleute wur- den Macke als Beigeordnete und dreißig angesehene Männer durch Ernennung am 6. Januar 1801 als Gemeinderat beige- geben; letztere wurden ausersehen ohne Rücksicht darauf, ob sie ausgesprochene Franzosenfreunde waren oder nicht.
Trotz aller Bemühungen Mackes verschlechterten sich die Verhältnisse zusehends. Deshalb entschloß man sich, der Regierung in Paris durch eine Abordnung von drei Bürgern, die nicht dem Gemeinderate angehörten, eingehend die be- drängte Lage der Stadt darlegen zu lassen. Am 4. Juni 1801 wurden diese von dem Minister des Innern empfangen. Er versicherte, die Angelegenheiten ihrer Stadt aufrichtig be- herzigen zu wollen, und ermöglichte ihnen, am 6. Juni 1801 den ersten Konsul selbst zu sprechen. Er zeigte warmes Interesse für Mainz und seinen Handel. Er erklärte ihnen, daß zwischen den alten und neuen Departements ein Unter- schied nicht mehr gemacht werde; es solle geschehen, was die Gerechtigkeit erheische. Die Abhilfe erfolgte jedoch nicht sogleich. Es ehrt Macke, daß er im zweiten Jahre seiner Dienstführung gegenüber dem Gemeinderate so offen- herzig sprach, als es die damaligen Verhältnisse gestatteten. Er führte u. a. aus:„Bedrückend sind fast unsere Abgaben und fast außer allem Verhältnis mit unseren Kräften. Die Quellen, die uns sonst unserm Wohlstand zuführten, sind meist versiegt. Wir zählen nur erwerbende und wenig ver- zehrende Glieder mehr in unserer Gemeinde und der Er- werbsmittel sind doch ungleich weniger mehr vorhanden. Der Zwang der eingeführten Douane hemmt den Handel, der Gewerbefleiß stockt und über alle unsere Handlungen hat trauriger Mißmut sich ausgebreitet. Unsere Bevölkerung statt zuzunehmen, hat sich beträchtlich vermindert und das, was uns seit einigen Jahren daran zugewachsen, ist nicht sehr zu unserem Vorteil.“
Der Gedanke, den Napoleon der Mainzer Abordnung gegenüber aussprach, erlangte noch in demselben Monat Gesetzeskraft. Folgende Entschließungen waren ihm seit der Besetzung von Mainz(30. Dezember 1797) vorausgegangen: Am 11. März 1793 hatte das Deutsche Reich zu Rastatt in die Abtretung des linken Rheinufers eingewilligt. Am 14. Sep- tember 17938 waren die Petersau und die Rheininseln vor Main⸗ ebenfalls in französischen Besitz übergegangen. In dem Frieden von Luneville(3. April 1801) waren die neu-


