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1631) an den schwed. Reichsrat richtete, sagt er: zu Gernsheim angekommen, habe er bemerkt, daß die Spanier bei Oppenheim bereits begonnen hätten, eine Brücke über den Rhein ins Darmstädtische zu schlagen, wo sie eine Schanze besetzt hielten. Am 14.(4.) Dez. 1631 ging der schwedische König von Gernsheim über Biebesheim, Stockstadt, Erfelden und Leeheim am Rhein entlang und erreichte die Schanze, die sogenannte Sternschanze, gegenüber Oppenheim. Am 16. (6.) Dez. 1631 setzte der König mit drei Begleitern auf etlichen Nachen über den Fluß und erkundete persönlich das linke Rheinufer. Am 17.(7.) Dez. 1631 erfolgte auf herbeigeführ- ten Mainschiffen an verschiedenen Stellen der Rheinüber- gang, bei der Schwedensäule, eine Viertelmeile oberhalb Stockstadt, sowie bei Erfelden. Am 17.(7.) Dez. 1631 ging vermittelst Akkord die Sternschanze in den Besitz des Köpigs über; am 19.(9.) Dez. 1631 nahm er mit Gewalt die Stadt Oppenheim und das Schloß Landskrone.
Am 19.(9.) Dez. 1631 brach die schwedische Armee von Oppenheim auf und gelangte gegen Abend vor Mainz.
Am 13.(3.) Dez. 1631 hatte Kurfürst Anselm Kasimir Main⸗ verlassen. Vorher hatte er eine Reihe militärischer Maßregeln zur Sicherheit und Verteidigung der Stadt ge- troffen, die beiden Domherrn Adolf von Waldenburg, ge- nannt Schenckern, und Michael Waldecker von Kempt zu seinen Stellvertretern ernannt, dem Obersten Wallraff Wil- helm von Wittenhorst sowie dem Oberstleutnant Buri die Verteidigung der Stadt übertragen. Wofern diese nicht zu halten sei, sollten die beiden letztgenannten„einen billig- mäßigen Akkord, so gut sie könnten, treffen und sich auf Kreuznach und die spanische Armada retiriren.“
Am 20.(10.) Dez. 1631 ließ der König die Stadt zur UÜbergabe auffordern und, als diese abgelehnt wurde, den Angriff eröffnen. Unter den Fortschritten der Belagerer und den Vorbereitungen zum Sturme verloren die Einge- schlossenen das Vertrauen zur eigenen Sache. Die weiße Fahne wurde gehißt und Oberst Wittenhorst beantragte den Akkord.
Am 23.(13.) Dez. 1631 erfolgte die UÜbergabe der Festung. Die Besatzung erhielt freien Abzug„mit fliegenden Fähnlein, brennenden Lunten, Sack und Pack, Ober- und Untergewehr nebst zwei Stück Geschütz“. Sie wurde nach Luxemburg geleitet. Das Zeughaus, 830 Geschütze, der große Proviant, die Munition(120 Tonnen Pulver) und die Pläne gingen an die Schweden über. Von den Bedingungen, unter denen man der Bürgerschaft, der Geistlichkeit und den Nonnen den ungehinderten Aufenthalt in der Stadt gestattete, gibt eine


