Aufsatz 
Aus der Mainzer Vergangenheit. Aufsätze zur Belebung des Geschichtsunterrichtes : 1. Teil
Entstehung
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lehrerakademie, die Eröffnung des Gymnasiums am 30. Ok- tober 1773 sowie die Restauration der Universität im Jahre 1784 geben hierfür beredtes Zeugnis. Selbstverständlich fand dieses geistig-kirchliche Leben durch die Umwälzungen der Jahre 1797 bis 1815 ein vorzeitiges Ende.

Nicht minder zahlreich waren die Anderungen, die das bürgerliche Leben in Mainz erfuhr. Am 20. Januar 17938, vier Wochen nach dem Einzug der Franzosen, wurde bekannt gegeben, daß von nun an jeder Bürger jede Art von Gewerbe und Handel ungestört ausüben dürfe, jedoch dabei der Poli- zeiaufsicht unterstehe. Es war dies ein Erlaß von tief- greifender Bedeutung; denn er beseitigte den bisherigen Zunft- und Gewerbezwang. Durch Verordnung vom 24. De- zember 1802 wurde eine Handelskammer in Main⸗ vor- gesehen. Die Wahl der ersten neun Mitglieder fand am 14. Februar 1803 statt. Es folgten durch Gesetz vom 12. April 1803 Kammern für Manufaktur, Fabriken, Kunst und Ge- werbe. Am 10. September 1305 wählte der Mainzer Handels- stand den YVorsitzenden, die Richter und die Ergänzungs- richter des Mainzer Handelsgerichtes. Am 24. August 1807 legte der Präfekt Jeanbon St. André den Grundstein zum Freihafen. Die Herstellung, Verbesserung und Unterhaltung der Staatsstraßen wurde durch Dekret vom 16. Dezember 1811 geregelt. Die Pariser Straße wurde unter die Straßen 1. Klasse gerechnet, deren Instandhaltung dem Staate oblag. Am 24. Januar 1312 befahl Kaiser Napoleon die Errichtung einer Rheinbrücke zwischen Mainz und Kastel. Die Pfeiler sollten gemauert, die Bogen von Holz hergestellt werden.

Am 4. Mai 1814 vormittags 10 Uhr verließen die Fran- zosen, 12 000 Mann stark, unter General Morand die Stadt; an demselben Tage vormittags von 11.30 bis 3 Uhr rückten die Deutschen unter Herzog Ernst von Koburg in Main⸗ ein. Lange verhandelte der Wiener Kongreß über das Schicksal des linken Rheinufers. Endlich kam Mainz und das heutige Rheinhessen durch Patent vom 8. Juli 1316 an das Groß- herzogtum Hessen.

Das alte Mainz hatte am 30. Dezember 1797 sein Ende gefunden. Die Zeit von da bis zum 8. Juli 1816 bildete den Ubergang zu jener Epoche, in der die Stadt ihrer Entwicklung nach noch heute steht. Das bürgerliche Mainz trat an die Stelle des kurfürstlichen.