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bote bis zu Ende beiwohnte; meist waren sie beide anwesend. Die alten Zünfte hatte Erzbischof Adolf beseitigt, weil auch sie den Anschluß an seinen Gegner, Erzbischof Diether, befürwortet hatten. Doch für den Wachtdienst und bei der Besteuerung konnten sie nicht entbehrt werden. Deswegen rief schon Adolf selbst neue Zünfte ins Leben. Seine Nach- folger, Diether(1475— 1482), Berthold(14384— 1504) und Albrecht(1514— 1545) vollendeten die von ihm begonnene Zunftgesetzgebung.
Von diesen Voraussetzungen aus entwickelte sich das Leben der Bürgerschaft während des 16., 17. und 13. Jahr- hunderts. In der Zeit bis zur französischen Revolution ist Fortschritt und Rückgang bemerkbar; denn keine bedeuten- dere geschichtliche Entwicklung vollzieht sich in völlig ge- rader Linie. Wie bereits bemerkt, erweiterten sich allmählich die Rechte des Stadtrates. Kleinliche und hemmende Be- stimmungen der Zunftordnungen wurden durchbrochen. Durch Verordnung des Kurfürsten Johann Friedrich Karl vom 1. Februar 1751 schieden die Handelsleute aus der Krämer- zunft, der sie bis dahin beitreten mußten, aus und bildeten unter dem Yorsitze des Vizedominus einen besonderen Stand. Gemäß kurfürstlichem Erlaß vom Jahre 1766 waren die Künstler nicht mehr an eine Zunft gebunden, sondern konnten als Freikünstler in die Bürgerschaft aufgenommen werden. 1767 durfte Franz Anton Hermann, der geniale Schöpfer des Chorgestühles im Mainzer Dome, 15 Gesellen halten, während die gesamten Mainzer Schreinermeister, 49 an der Zahl, nur 84 Gesellen beschäftigten. Auch in dem Schulwesen, dem Universitätsbetrieb und in der Industrie, die sich der Unterstützung der landesherrlichen Regierung erfreute, zeigten sich damals Anzeichen neuen Aufschwunges.
Der langsamen, aber stetigen Steigerung des Wohl- standes und der Bildung wirkten Kriege und Kriegsgefahren entgegen. Kaum war die neue Mainzer Bürgerschaft zu bescheidenem Besitze gelangt, als im August 1552 der erste Feind in Mainz einzog. Es war Albrecht Alzibiades von Brandenburg-Kulmbach. Außerhalb der Stadt ließ er Heilig- kreuz, St. Viktor, St. Alban und die Kartause niederbrennen. Die Martinsburg, die ihm als Wohnung diente, verfiel bei seinem Abmarsch dem gleichen Schicksal. Die Häuser der Geistlichen, die bis auf wenige geflohen waren, sollten von den Bauern der Umgegend niedergerissen werden. Mit dem Bischofshofe auf dem heutigen Höfchen und drei alten Häusern auf dem Leichhofe wurde der Anfang gemacht. Weitere Verwüstungen unterblieben, da Albrecht die Stadt räumen mußte. Die Brandschatzung betrug angeblich zuerst


