Aufsatz 
Aus der Mainzer Vergangenheit. Aufsätze zur Belebung des Geschichtsunterrichtes : 1. Teil
Entstehung
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sicherte Diether innerbalb des Erzstiftes freies Geleite zu, so daß sie für die Stadtschuld und sonstige Ansprüche an Mainz nicht belangt werden könnten. Die Aussicht auf Besserung ihrer finanziellen Lage, nicht die Überzeugung von dem größeren Rechte führte die Stadt auf diese Seite. Darum ließ sie sich auch nicht zu einem tatkräftigen Anschluß an Diether bewegen. Sie sagte nicht durch Fehdebriefe Adolf den Krieg an. Vergebens erboten sich Diethers Helfer, auf eigene Kosten 200 300 Soldaten nach Mainz zu legen. Auch die Zusicherung, der Rat dürfe den Soldaten nach Gut- dünken einen Hauptmann bestellen,damit die stadt desto besser verwart were verfing nicht.Der Raht undt gemeindt wolten niht daran. Ein solcher Mangel an Vorsicht führte das Verhängnis herbei. Am 283. Oktober 1462 morgens zwi- schen 5 und 6 Uhr erstiegen 4 500 Bewaffnete Adolfs in der Nähe der Gaupforte die Mauern und gelangten unbe- merkt in die Stadt. Bis nachmittags 4 Uhr dauerte die tapfere Gegenwehr der Bürger. 4500 von ihnen, darunter die Bürgermeister Eberhard zum Dirmstein und Jakob Fust, wurden erschlagen. Ein strenges Strafgericht traf die An- hänger Diethers. Sie wurden, etwa 400 an der Zahl, aus der Stadt getrieben. Als sie an die innere Gaupforte kamen, mußten sie schwören, Mainz auf eine Meile im Umkbreis sowie den Rheingau und die Herrschaft Königstein zu meiden. Ihre Häuser und Liegenschaften gingen an Adolfs Gesin- nungsgenossen über.

Die Geschlechter wurden ausgetrieben, die Zünfte auf- gelöst. Diese überaus strenge Maßregel zeitigte ungeahnte Folgen. Johann Gensfleisch, gen. Gutenberg, der Sprosse einer Mainzer Patrizierfamilie, hatte die Buchdruckerkunst erfunden und diese mit und neben Fust und Schöffer in seiner Vaterstadt geübt: alle Beteiligten aber bewahrten das Geheimnis. Nun wurden am Simons- und Judastag des Jahres 1462 die Mainzer Werkstätten gesprengt, die Gesellen nach allen Kulturländern zerstreut. Die Buchdruckerkunst war zum Gemeingut der Völker geworden. In Mainz aber erhal- ten die Plätze, auf denen der Hof zum Gutenberg(Christoph- straße 2) und das Druckhaus(Schusterstraße 18/20) standen, die Erinnerung an den großen Meister. An erstgenannter Stelle erblickte er das Licht der Welt, an letztgenannter übte er vor 1462 seine Kunst.

Im Frühiahr 1463 legte Erzbischof Adolf den Bewohnern von Mainz eine Schatzung, d. h. eine Besitz- und Einkommen- steuer auf, ein Beweis, daß er sich für den vollberechtigten Herrn der Stadt ansah. Er hatte damit den Standpunkt durchgeführt, den Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach