Aufsatz 
Aus der Mainzer Vergangenheit. Aufsätze zur Belebung des Geschichtsunterrichtes : 1. Teil
Entstehung
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Zugeständnisse gelobte sie Bundesgenossenschaft. Nach dem Privileg, das Adalbert I., wahrscheinlich 1118, den Mainzern gab, waren sie nicht mehr verpflichtet, vor auswärtigen Ge- richten zu erscheinen sowie andere Steuern und Zölle als die, herkömmlichen zu entrichten. Die ursprüngliche Verleihungs- urkunde ging verloren. In der Bestätigungsform von 1135 wurde der Freiheitsbrief auf die bronzenen Türen einge- graâben, die Erzbischof Willigis für Liebfrau stiftete und die heute den Dom nach der Marktseite verwahren. Der Erzbischof war jedoch auch noch in der Folgezeit der Herr der Stadt. Als solcher ernannte er die rectores und officiati, die Vorsteher und Amtleute der Stadt. Erstere bestanden aus Kämmerer, Schultheiß und Gewaltboten; letztere ver- walteten mit diesen die Stadt. Zur Selbständigkeit gelangte die Einwohnerschaft erst durch das Privileg, das Erzbischof Siegfried III. am 13. November 1244 der Einwohnerschaft verlieh, um sie in der Reichspolitik auf seiner Seite zu halten und sich die Rückkehr in die Stadt zu ermöglichen. Er ermächtigte die Mainzer, 24 NMänner aus ihrer Mitte zum Rate der Stadt zu wählen und jeden, der abging, durch einen anderen aus ihrem Kreise zu ersetzen. Von den Gütern der Einwohnerschaft, die in seiner Gerichtsbarkeit lagen, ver- pflichtete sich der Erzbischof nur die hergebrachten Abgaben zu ordern. An den erzbischöflichen Zöllen sollten die Güter der Mainzer abgabenfrei sein. Mainz war seitdem eine Ereie Stadt mit den wesentlichen Rechten der Selbstregierung. Sein Aufschwung vollzog sich nun sehr rasch. Zehn Jahre naeh dem Privilegium rief Mainz, zunächst mit Worms, Oppenheim und Bingen, den Rheinischen Bund ins Leben. Er sollte dem Frieden, der Gerechtigkeit und der Sicherheit, vor allem auf und an dem Rheine dienen. Die Städte Köln, Worms, Speyer, Straßburg und Basel, die Brzbischöfe von Mainz, Köln und Trier, die Bischöfe von Worms, Straßburg, Basel und Metz sowie zahlreiche Fürsten und Herrn bekämpften, wenn auch nur auf kurze Zeit, zu- sammen mit Mainz ungerechte Zölle und Raub auf den Straßen. Es bedeutete der Rheinische Bund eine Selbsthilfe in einer Zeit, in der sich die Reichsgewalt als unwirksam erwies; damals stand Mainz auf dem Höhepunkt seines Ansehens und Einflusses. Am Ende des 13. Jahrhunderts erbaute Mainz an der Stadtmauer nahe bei dem ysin dorelin, dem eisernen Türchen, ein Rathaus. Auf den älteren Ansichten ist es an seinem Treppengiebel und dem vorspringenden Chörchen erkennbar. Einen neuen Beweis ihrer Kraft und Wohlhabenheit gab die Bürgerschaft in der Errichtung des Kaufhauses, das den freien Platz auf dem Brande einnahm.