Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 6. Teil. Schluß
Entstehung
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empfinden, wenn ihm als ihrem Tochtermann nicht gestattet werde, für sie und ihre Tochter ein anderes Haus zu er- werben. Deshalb möge der Kurfürst ihm oder seiner Schwie- germutter den Konsens geben; letztere sei nämlich erbötig in den Kauf einzutreten, wodurch das Haus auch nicht ad manus mortuas falle. Der Kurfürst ließ Kroppes Gesuch am 23. Januar 1748 dem Hofrat mit dem Bemerken zugehen, Kroppes Schwiegermutter bleibe der Hauskauf unverwahrt, wenn sie Bürgerin sei. Auf diesen Bescheid hin zog es Kroppe vor, sich selbst unter die Mainzer Bürger aufnehmen zu lassèn, was am 15. März 1748 geschah(Album civicum).

Mit dem linken Flügel des Marienbergs veräußerte die Familie Rokoch den letzten Teil, der ihr von dem stolzen und umfangreichen Anwesen des Rentmeisters Emund Rokoch geblieben war. 1742 hatte Franz Philipp Rokoch den Spiegel, zwischen 1734 und 1744 zusammen mit der Familie von Brasseur den Mittelbau und rechten Flügel des Marienberges verkauft, und nun hatte 1747 dessen Witwe den linken Flügel versteigern lassen. Es kann für diese stufenweise Preisgabe des Grundeigentumes kaum eine andere Ursache bestanden haben als ein Rückgang der Vermögensverhältnisse. Denn die Familie Rokoch, die gewiß durch ihre seitherige Lebens- führung an behagliche und weitläufige Wohnräume gewöhnt war, blieb weiterhin in Mainz und bezog keineswegs bessere Behausungen. Die Witwe Franz Philipps von Rokoch wohnte nämlich fortan mit ihren Töchtern bei ihrer Schwester Anna Margareta Christina, der Witwe des kurmainzischen Hof- und Regierungsrates Dr. med. Johann Christoph von Gudenus. Der Hof der Familie von Gudenus, große Emmeransstraße No. 8 gelegen, hatte weder den Umfang noch die freie Lage des ehemalig Rokochischen Besitzes aufzuweisen. Wäre die Witwe Rokoch nur deshalb aus dem linken Flügel des Ma- rienberges ausgezogen, um in Gesellschaft ihrer ebenfalls verwitweten Schwester zu leben, so hätte es am nächsten gelegen, diesen ihrem Schwiegersohn zu überlassen. Es war nämlich ihre älteste Tochter Anna Franziska Margareta ver- heiratet. Nicht volle 17 Jahre alt, hatte sie am 30. Juli 1741 dem einundzwanzigjährigen Alberich Maximilian Joseph von Welsch die Hand zum Ehebund gereicht. Dieser war der Sohn des Generals und berühmten Baumeisters Maximilian von Welsch und stand zur Zeit der Vermählung als Fähnrich in dem Regimente seines Vaters. Er bekleidete 1747—1751 in dem Regimente des Generales von Wildenstein die Stelle eines Unterhauptmannes und läßt sich bis 1756 in Mainz nach- weisen.