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Das letzte Glied der Mainzer Familie Rokoch war die zweitälteste Tochter Franz Philipps, Anna Margareta Chri- stina Theresia. Sie starb am 30. Januar 1806, einen Monat nach vollendetem achtzigsten Lebensiahre, in dem beschei- denen Hause, Insel No. 6. Fremde Männer, die nicht einmal ihr Lebensalter richtig kannten und auch nicht den Vornamen ihres Vaters wußten, meldeten ihren Tod dem Standesamte.
Es starb demnach die letzte Rokoch verlassen und un- beweint, ihrer Wohnung nach zu urteilen, auch dürftigen Verhältnissen; denn es bestand ein gewaltiger Unterschied Zzwischen ihrem stolzen Geburtshause, mag dieses der Spiegel oder der Marienberg gewesen sein, und dem damals ein- stöckigen Sterbehaus, in dem sie sicher nur um Miete wohnte. Welche Frinnerungen an vergangene Pracht des Kurstaates und der Familie, aber auch an Enttäuschungen und Entbeh- rungen mag diese vereinsamte Greisin mit ins Grab genommen haben! Fast möchte man sie zu jenen weniger Glücklichen zählen, die man ihres hohen Alters wegen nicht beneidet, sondern bedauert. Mitleid empfindet man auch mit ihrer Familie, die außerordentlich rasch in Mainz zu Ansehen und Reichtum, zu Ehren und bevorzugter Lebensstellung emporstieg, sich aber in dem verhältnismäßig kurzen Zeit- raum von etwa 173 Jahren völlig auslebte.
3. Nachtrag zu S. 369 und 380 No. 19.
Margareta von Münster, so schreibt das Kirchenbuch von St. Martin in Köln, war am 9. März 1649 getauft worden als viertes Kind des Faktors Adolf von Münster und seiner Gattin Katharina, geb. Runckartz. Ueber die Vermählung Margaretas mit Joh. Edmund Rokoch läßt sich nichts feststellen, weil die Heiratsregister von St. Martin für diese Zeit fehlen. Cäcilia von Münster, die jüngste Schwester Margaretens(S. 388 No. 35), war am 5. Juni 1659 aus der Taufe gehoben worden. (Gütige Müitleilmms des Herrn Archivdirektors Prof. Dr. Hansen in Köln.


