381
Rokoch, geb. Münsters ist oben S. 66 ein quergeteilter Schild bezeichnet worden, in dessen beiden Hälften sich je drei Reben übereinander befinden. Im Hinblick hierauf schreibt H. Vogts, Das Mainzer Wohnhaus im 18. Jahrhundert(Mainz 1910) S. 106/7:„Die Zeit dieses Umbaues(gemeint ist das Treppenhaus in dem ehemaligen Marienberg) fällt nach den Formen des Gitters etwa ins 2. Viertel des 18. Jahrhunderts; die in diesem Gitter(des Treppenhauses) angebrachten Wappen, das Rokochische und das der Gattin, dieselben wie an der Gartenmauer Rotekopfgasse l wären also wohl nicht auf Emundt von Rokoch, den Sohn des Rentmeisters zu deuten, wie Schrohe S. 66 meint, da Emund schon 1702 starb, sondern auf den Enkel des Rentmeisters, Obersten Franz Philipp von Rokoch, der das Haus erbte und 1744 starb, und seine Gattin, eine geborene von Gobelius, ver- witwete Böning.“ Hierauf ist zu bemerken: In meinen Ro- kochstudien, welche überhaupt erst über die Familienver- hältnisse der Rokochs Aufschluß brachten, ist von„Emundt von Rokoch, dem jüngeren“ nirgends die Rede, denn der Sohn des Rentmeisters nennt sich stets Johann Edmund; außer- dem wurde er weder geadelt noch, wie es im Register bei Vogts geschieht, mit dem Titel Hofkammerrat bedacht. VUebrigens, wird die Vermutung des Herrn Vogts dadurch hinfällig, daß das Wappen der Gemahlin Franz Philipps von Rokoch, einer geborenen von Gobelius, bekannt ist. Es besteht aus einem Kreuze, das sich nach unten in drei Teile spaltet und aus zwei Rosen, deren eine sich rechts und deren andere sich links von der Mitte des Kreuzes befindet. Vogts hätte in Siebmachers Wappenbuch VI 1. Abt., II Taf, 33 das Wappen der Familie von Gobelius finden können. Johann FEdmund Rokoch ist demnach der Erbauer des Trep- penhauses im Marienberg und ließ das Wappen anfertigen, das heute Rotekopfgasse 1 angebracht ist; es befand sich ursprünglich wohl an der dortigen Gartenmauer des Rokochi- schen Besitztumes.
Ueber Johann Edmunds Liegenschaften gibt das „Schätzungs-Anlag-Buch Anno 1694“ Fol. 1b Aufschluß. Es verzeichnet unter dem Eigentum der„Stadt Raths Ver- wandten“ an zweiter Stelle:„Hl. Johann Edmundt Rokoch das haus zum Narienberg uffm Heumarckh, modo (1707— 1725) h. Vize Cantzler v. Praßer zu Wormbs und frau Ambts Kellerin Vogtin Wittib, modo(1725— 1744) Jacob Gastwürth, Anlage 1500 fl., Schatzung 6 fl.; Ein Kälterhaus sambt Gärtlein beym heyl. Geist, Anlage 300 fl., Schatzung 1 fl. 12 Kr.; Ein näusléin am altenmünster Closter, Anlage


