371 erwähnte Stiftung in der Heimat gemacht. Freilich könnte man, da seine Vorliebe für St. Sebastian nun einmal urkund- lich erwiesen ist, in ihm auch jenen Wohltäter der Mainzer Sebastianuskapelle sehen, der nicht genannt sein wollte (Schrohe, Kurmainz, S. 112, Z. 21); denn er war„eine dem Kurfürsten wohlbekannte Person“ und auch imstande, eine namhafte Geldsumme zu spenden.
Ein Bruder Emunds, Johann Rokoch, lebte 1658— 1660 nachweislich in Amsterdam und betrieb ein Kommissions- geschäft für Umbragries, Wein, vor allem aber für Pott- asche(Vergl. meine künftigen Rokochstudien).
Der † Pfarrer Karl Rokoch in Liedberg bei Neuß hat außer den oben S. 5 genannten Rokochs in den Zül- picher Pfarrbüchern zahlreiche männliche und weibliche Personen dieses Namens gefunden. Ein Träger des Vor- namens Emund ist nicht darunter; damit wird bewiesen, daß eine nähere Bezielsung zwischen dem Mainzer Rentmeister und den Zülpicher Rokochs nicht bestand. Ich nehme deshalb auch davon Abstand, die eingehenden Notizen, die mir Herr Pfarrer Rokoch liebenswürdigst zur Verfügung stellte, hier abzudrucken. Dennoch müssen die Buirer und Zülpicher Rokochs eines Stammessein.
Es brachte nämlich die in Bonn erscheinende„Deutsche Reichszeitung“ unter dem 11. Oktober 1881 folgende Nach- richt:
„Ein eigenthümlicher Diebstahl wurde Ende vorigen Monates zu Merzenich, Kreis Fuskirchen, verübt. Laut Be- kanntmachung des ersten Staatsanwaltes hierselbst wurden zwei Glasgemälde aus dem Fenster der dortigen Kirche herausgeschnitten. Das eine Gemälde zeigt ein Wappen, unge- fähr einen Fuß hoch, mit der Unterschrift: Der Hochwürdige Wohlgeborene Johann Wilhelm Arnold, Freiherr von Bour- Scheidt, zu kleinen Büllesheim und Hönigen, des freiadeligen Gotteshauses Siegberg Capitular Senior, Propst zu Zülpich, Grund- und Lehnherr zu Pier 1669. Das andere ist ein Bild des Hl. Severinus nebst Wappen, einen Fuß hoch, mit der Unterschrift: Adm. R. Joannes Rokoch, Tolbiacensis, pro tempore ecclesiarum Langendorf et Merzenich vice-pastor 1600.“
Dazu machte Her Pfarrer Rokoch die ergänzende Mit- teilung, daß das Wappen, das sich auf dem gestohlenen Glas- fenster des Johann Rokoch befand, einen nach aufwärts gerichteten Pfeil aufwies. Nun hatte aber auch Emund Ro- koch in seinem Wappen den nach aufwärts gerichteten Pfeil, wie dieses noch heute in dem von ihm erbauten Hause zum


