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diejenigen an, die, wie er glaubt, auf die neue Müllerordnung zu vereidigen sind, und macht den Vorschlag, es sollten die Mehlwage, deren Register und die Mühlen jedes Quartal visitiert werden. Auch gibt er dem Kurfürsten zur Erwägung, ob er nicht in die neue Müllerordnung jene Bestimmungen. der alten aufnehmen wolle, welche den ehrbaren Wandel der Müller beträfen und denen der neuen nicht widersprächen. Die wichtigste seiner Anregungen betrifft den Mehlhandel der Müller in und um Mainz. Er neigt zur Ansicht, daß diesen der Mehlhandel auf der Rente gänzlich zu untersagen sei, weil durch ihn oftmals ohne Not der Kaufpreis gesteigert werde. Diesem Punkte schenkt auch Rokoch in seinen er- gänzenden Bemerkungen besondere Beachtung. In ihnen stellt') er zuerst das Verhältnis der Müller zur Rente fest und empfiehlt, wie bereits die Brottaxe, so auch die Bestim- mung des Mehlpreises dem Rate zu übertragen. Dann aber bespricht er in sehr ausführlicher Weise den Mehlhandel, wie ihn die Müller in und um Mainz auf der Rente Lahneck be- treiben. Bei dieser Gelegenheit greift Rokoch nicht wie sonst manchmal auf die geschichtliche Entwicklung der Ver- hältnisse zurück, sondern er bedient sich eines wirksameren Mittels, um den Mehlhandel auf der Rente als notwendig zu erweisen; er erörtert nämlich zunächst den Zweck dieser Finrichtung. Die Müller in dem Burgbann von Mainz und in Heidesheim, so legt er dar, müssen seit undenklichen Zeiten dem Vicedominus und der Rente geloben, letztere beständig mit Kaufmehl„der Schatzung gemäß“ zu versehen, damit mit diesem die Zünfte und ärmeren Bürger, die keine eigne Frucht haben, ihren Hausbedarf decken können. Ein solcher Mehlverkauf au der Rente wäre nach Rokochs Ansicht entbehrlich, wenn aus den angrenzenden Staaten immer ge- nügend Mehl zum Verkaufe nach Mainz gebracht würde. Aber gerade im Herbst und Winter, wenn die Mühlen still- stehen, unterbleibt eine solche Zufuhr; außerdem erlauben die fremden Herrschaften nicht immer ihren Müllern, daß sie um einen festgesetzten Preis Mehl nach Mainz einführen; so halten sich die Pfälzer Müller seit 2 Jahren mit ihrem Mehl der Stadt Mainz fern. Solche Verhältnisse erzeugen, wie Rokoch mit Recht betont, bei den Armen und Beschäfti- gungslosen solche Not, daß die Vorräte in den Häusern der Wohlhabenden nicht mehr sicher sind. Er scheut sich nicht, weiter darauf hinzuweisen, daß in derartigen Zeiten des ein- geschränkten Mühlenbetriebes auch noch auf andere Weise Mangel entsteht. Kommt nämlich der Handwerker oder Tag-
1) S. 346, Z. 15 v. o.


