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nirgends macht sich ein Zittern der Hand bemerkbar. Nur etwas größer sind die Buchstaben geworden; es hatte sich wohl Weitsichtigkeit bei dem Rentmeister eingestellt. Aber die Art, wie er seine Aufträge erledigt, zeigt ihn noch immer im Vollbesitz seiner körperlichen und geistigen Kräfte. An einem Tage(7. Nov. 1673) erhält Rokoch von der kur- fürstlichen Regierung den Befehl, die Maße nachzuprüfen, am nächsten(8. Nov.) führt er ihn aus und am darauf-— folgenden(9. Nov.) legt er der Kommission einen eigen- hnändigen Bericht vor, den er persönlich mündlich erläutert und ergänzt.“) Und die Gutachten selbst sind bezeichnend für ihren Verfasser. Die verlangten Nachprüfungen und Aus-— künfte stellten Rokoch nicht vor neue, ihm fernliegende Auf- gaben; darum spricht er sich über die Art, wie er ihnen nachkommt, mit jener Sicherheit aus, die nur große Sach- kenntnis und innige Vertrautheit mit den Verhältnissen ver-— leiht. Daneben versäumt er es nicht, seine persönliche An— sicht kundzugeben oder auf wünschenswerte Maßnahmen hinzuweisen. Die Tatsache, daß mer seit langen Jahren in Steuerangelegenheiten von der Regierung gerne gehört wurde, erzeugten bei ihm berechtigtes Selbstbewußtsein; deshalb hält er sich befugt, bei wichtigen Anlässen auch un- gefragt mit seinen Beobachtungen hervorzutreten. In dieser Beziehung bieten grade die Vorbereitungen für die neue Kaufhausordnung treffliche Belege. Am 7. November 1673 forderte die kurfürstliche Regierung Rokoch auf, das Schmier- und Silber-, das Eisen- und Wollgewicht sowie das Holz- kohlenmaßs einer Prüfung zu unterziehen.²) Als er am 8. November diesen Auftrag erfüllte, da stellte er zu gleicher Zeit Erhebungen über den Kreideverkauf und das Maß für Kalk, trockene und nasse Frucht, Salz, Steinkohlen und Kastanien an. Er ging damit in seinem Dienst- und pflicht-— eifer über das unmittelbar Verlangte hinaus. Wie er es für geboten hielt, die Aufmerksamkeit der Regierung auf diese Punkte zu lenken, so glaubte er bei den einzelnen Gegen- ständen mit seinen persönlichen Erfahrungen und darauf gegründeten Vorschlägen nicht zurückhalten zu dürfen. Darum begnügte Rokoch sich nicht nachzuweisen, daß das Schmier- und Silbergewicht des Kaufhauses zu schwer sei, sondern er fügt hinzu, die kurfürstlichen Räte»werden gebeten zu überlegen, ob solches(d. h. die bezeichneten
1) Siehe S. 147 oben. 2) Siehe S. 146.


