Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 2. Teil
Entstehung
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beförderung deren Commercien undt andren gescheften, ist jedem bekant. Nun seind in Franckfort die posten also wol bestelt, daß Selbige Statt ihre Niderländische brief alle ordinarj eine gantze Nacht und einen halben Tag zeitlicher haben, alßs alhier geschicht. Obwol die brief von Cöllen zu gleicher Zeit abgehen, auch alhier von iedem brief 2 Xr mehr porto bezahlt wird als in Franckfort, So kommen die posten doch soviel spather alhero, welches dann den hiesigen Handelß- leuten fast beschwerlich falt, Sonderlich wan die Handelung in gutem Schwanck gehet und daran gelegen ist in auf- oder abschlag der wahren, daß alfßo die Franckforter ihre brief so- viel zeitlicher naben und sich deßen bedienen können. Wo durch dann mange Handelung, So durch briefe geschloßen werden muß, alhier zurükgehnen muß und andere uns vor- kommen, welches dann lhro Churf. Gd. interesse auf den zöllen und andren gefällen keinen nutzen beytraget. Die Oberländische Posten fallen ebenmäßig den alhiesigen Handelß- leuten Sehr beschwerlich wegen der Briefporto, Indeme mann von hier biß nach Reinhaußen 8 Xr von iedem halben bogen papier zahlen muß, und da nur etwas weniges mit ein- geschlossen wird, muß man 10 in 12 Xr darvon zahlen, Da- hingegen von Cöllen biß Rheinhaußen nur 5 Cöllsche albus, So ungefehr 6 Xr machen, bezahlt wird; wie es nun ein großer underschied deßwegß, also auch wegen des porto ist, So hat mann sich dieses Orths deswegen höchlich zu be schweren. 8

(2.) Die Renthe belangend.

Zweitens die Renthe angehend, So pflegt zum öftern der geschelte hirschen und gersten dermaßen häufig zu marck gebracht werden, daß nit möglich der Wieger Solches guth nebst beobachtung seiner Mehlwagen Selbsten meßen kan, Sondern es muß ein ieglicher verkaufer Selbsten meßen und nichts destoweniger dem Wieger von iedem mld. 2 X meßlohn zahlen, wan er schon nit ein einig mld. gemeßen hat. Da doch andre geschworne fruchten-Mitter nur 1 Xr vom mld. haben, Weil dann ein ieder sein eygen Guth meßen thut, so braucht er auch in dem Meßen Solche vortheil, welche unrecht und dem Kaufer sehr Schädlich fallen. Wie dann mange Clagen aus Hollandt kommen Seind, daß Sie ihre gebührliche Maß von hierauß nit empfangen, welchem Schädlichen mißbrauch, doch ohne vorgreifliche maßgebung, durch geschworne mitter könte abgeholfen werden. So- dann gebraucht Sich der Wieger auch neben dießem aller hand Handelung, So andren Handelßleuten aus gewiſßben ur-