Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 2. Teil
Entstehung
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Angelegenheit ein Urteil fällen, sondern er gönne jedem, was ihm von rechtswegen zukomme, insonderheit den mark- gräflichen Schiffern, daß sie die für das Land notwendigen Güter und Waren in Mainz einlüden. Im Grunde genommen, sagte der Kurfürst dem Markgrafen dasselbe, was Rokoch in seinem Berichte hervorgehoben hatte: Straßburg hat nach altem Herkommen das YVorrecht, in Mainz allein die Waren einzuladen, die nach dem Elsaß und der Schweiz bestimmt sind, während der Markgraf eine solche UÜbung für seine Untertanen nicht nachweisen kann; darum bleibt es dabei, daß die markgräflichen Schiffer nur die Waren in Mainz einnehmen dürfen, die ihr Land verbraucht. Freilich die Form, in der die kurfürstliche Kanzlei und Rokoch dieselben Gedanken aussprachen, war wesentlich verschieden. Erstere wußzte unter allerlei Verbindlichkeiten die Schroffheit ihres Standpunktes und die Ablehnung des markgräflichen An sinnens zu verbergen. Rokoch wagte es offen auszusprechen, wie er dachte; dabei kam dann noch sein lebhaftes, vielleicht sogar heftiges Temperament zum Durchbruch. Oder klingt es nicht gereizt, wenn er sagt:»Christoph von Gottesheim hat Sein Fürst. Durchlaucht hochsträfflichen viel zu mildt mit unwahrheit berichtet«? ¹)

B. Die Klagen der Mainzer Faktoren über Post, Rente, Kaufhaus, Kranen und den Faktor Johann Witt(1673).

a) Aktenstücke.

I. Die Beschwerdeschrift der sämtlichen Mainzer Faktoren (zwischen 5. August und 16. September 1673).

Beschwerlichkeiten deren alhießigen Samtlichen Factoren?). (1.³) Die Post betreffendt.

Erstlich ist in einer ieden Handelßstatt hochnötig, daßs die Posten ihren richtigen Lauf undt gewißen Tag halten anzukommen und abgehen; wieviel nun daran gelegen zu

1) S. 101 2.

2) Kreisarchiv Würzburg. Mainz. Korridor XI No. 190(Stappel, Kaufhaus). Aktenstück No. 80. Da alle folgende Urkunden diesem Faszikel entstammen, so werden diese weiter- nin angeführ.t unter No. 100 und No. des Aktenstückſes.

3) Diese Nummern sind der OÜbersichtlichkeit wegen vom Heraus- geber hinzugefügt worden.