Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 2. Teil
Entstehung
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b) Verlauf der Angelegenheit.

Gelegentlich der Frankfurter Herbstmesse!¹) des Jahres 1669 übergab²) die Flammerdingische Faktorei zu Frank- furt a. M. dem Schiffer Christoph von Gottesheim 1 Ballen Pfeffer und Ingwer, 1 Sack Gallas sowie 3 Fäßchen anderen Inhaltes, damit er diese Waren zu Schiff nach Straßburg schaffe. Zugleich verpflichtete sich Gottesheim, in Mainz bei dem Faktor Johann von Elsen 14 Rollen Stockfisch, 1 ½ Last Häringe, 2 Fässer Alaun und 1 Faß Victril einzuladen und ebenfalls im Auftrage der Flammerdingischen Faktorei nach Straßburg zu bringen. Als Cottesheim nach Mainz gelangte und am Krahnen vor Anker ging, kam Johann von Elsen zu ihm und fragte, ob er die Güter, welche die Flammer- dingische Faktorei bestellt habe, nach Straßburg mitnehmen wolle. Gottesheim antwortete, wie er spaäter selbst zu Proto- koll gab,»Er wisse schir nicht, ob Er laden dörffe oder nicht.« Darauf ging Elsen mit ihm in die Stadt Mainz zu dem Rentmeister, um zu fragen, aus welchen Ur- sachen Gottesheim nicht laden dürfe. Rokoch ließ ihm so- fort die Antwort zuteil werden: Es sei ihm deshalb auf Be- fehl des Kurfürsten nicht gestattet, weil er(Gottesheim) aus der Stadt Straßburg an einen anderen Ort verzogen sei. Gottesheim erwiderte, er sei in das Land des Markgrafen Friedrich von Baden übergesiedelt, um ein Jahr lang zu ver- suchen, ob er sich daselbst er wohnte in Schreck) besser ernâhren könne als in Straßburg; sein Bürgerrecht habe er in Straßburg nicht aufgegeben, sondern er sei dort noch wirklicher Bürger. Diese Erklärung stimmte Rokoch nicht um; er sagte:»Er könne Ihm(GCottesheim) nicht helffen, es seye Seines gnädigsten Churfürsten befelch, Nie- manden laden zu lassen, Er seye dan ein burger in Straß- burg.« Darauf hin begab sich Cottesheim mit Elsen weg und eröffnete ihm, er werde nach seiner Heimkehr über diese Behandlung bei dem Markgrafen schriftlich Klage führen. Das Flammerdingische Gut, das Gottesheim nach Mainz geführt hatte, lud er aus und übergab es dem Schiffer Hans Volmar Stenger zur Beförderung nach Straßburg.

Gottesheim blieb seinem Vorsatze treu; nach Schreck zurückgekehrt, reichte er dem Markgrafen eine Beschwerde

1) Aktenstück 3. S. 101 letzte Zeile.

7) Für die folgende Darstellung ist das Aktenstück 1. S. 90 die Quelle.

3) Ort in Baden 3 Stunden nordwestlich von Karlsruhe, ehemalige Rheinfähre und Rheinzollstätte der Markgrafen von Baden-Durlach; seit 1833 Leopoldshafen genannt.