Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 1. Teil
Entstehung
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wegs am längsten unter diesen Sechsen im Rat und hatte also nicht seinem Alter nach die erste Stelle einzunehmen. Er war aber seit 12 Jahren Rentmeister und seit 9 Jahren Kammerrat, also ein dem kurfürstlichen Hofe wohlbekannter Beamter. Diese Tatsache führte wohl dazu, seinen Namen bei dieser Gelegenheit allen anderen voranzusetzen.

Am 26. Mai 1660 liessen!¹) der Vizedominus und Ge waltsbote diese neue Ratsordnung öffentlich vorlesen; dabei waren gegenwärtig die Ratsfreunde Merz, Strom, Meder, Rokoch, Schmidt, Menshengen, Meyer, Kummer, Biesinger, Heher, Braun, Deuthorn, Heck, Schick, Müller, Zülch. Von diesen bildeten Rokoch, Strom, Meder, Schmidt, Menshengen, Heher und der Ratsschreiber Zülch den engeren Rat, dessen Mitgliedschaft gewöhnlich lebenslänglich war.) Der or- dinäre oder beständige Rat setzte sich für das nächste halbe Jahr(nach dem 26. Mai 1660) aus den zuletzt genannten Sieben sowie aus Merz, Meyer, Kummer, Biesinger, Braun und dem am 26. Mai abwesenden Ratsfreunde Engel zu- sammen.³) Unmittelbar nach Bekanntmachung der Urkunde wurden die Mitglieder des beständigen Rates in ihre Dienst- obliegenheiten eingewiesen. Welche Aufgaben dabei dem einzelnen zufielen, wird nicht angegeben.

Obwohl nun Rokoch dem engeren Rate angehörte, so wohnt er darum in der nächsten Zeit doch nicht häufiger den Ratssitzungen bei. Anwesend ist er am 17. März 1661.) Es handelt sich um die Schatzung der Stifter und Klöster sowie der Adligen. Es soll der Kkurfürst um einen Kom missarius ersucht werden, vor welchem die weltlichen Güter von den geistlichen separiert und zur kurfürstlichen Schatzung gebracht werden sollen. Die nächste Sitzung des Rates, der Rokoch beiwohnt, ist die des 5. August 1661⁵); es wird in ihr die Schatzungsrechnung Reminiscere 1660 bis dahin 1661 vorgelegt. Ein ähnlicher Anlass führte ihn am 19.

1) V. D. A. 1660 1663 S. 8b.

2) Deswegen nennen uns auch die Vicedominatsprotokolle ein- zelner Jahre Rockoch immer wieder als Mitglied des engeren Rates, z B. zum 14. Juni 1662. V. D. A. 1660 63 S. 110 b; zum 2. Januar 1664. V. D. A. 1664 60 S. 1; zum Anfang des Jahres 1670. V. D. A. 167074 S. 1.

3) Diese Zusammensetzung des beständigen Rates, die nach V. D. A. 1660 63 S. 8b gegeben ist, stimmt nicht ganz mit der Beilage der kurfürstlichen Urkunde vom 6. Februar 1660 überein. Es waren wohl zwischen diesem Zeitpunkt und dem 26. Mai 1660 irgendwelche Verschiebungen eingetreten.

4) V. D. A. 1660 63 S. 40b.

5) Ebenda S. 60b.