Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 1. Teil
Entstehung
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»Ehrnvester Vornehmer Lieber Herr. Dero ange nehmes durch den gesanden Botten habe lch neben beygeschlossen Schreiben von einem Löblichen NMagistrat an meinen gnädigsten Churfürsten und Herrn, habe lch alssobalden zu eigen Handen überlieffert, und darbey sehr instendig gebetten, wo möglich zu willfahren, dass et- wann auff ein oder ander weiss die Schiff oder die geladene güter thunlichen dingen nach, mögten von Lonstein heim gebracht und gefolgt werden, worauff dann Ühr Churfürstl. On. die Sachen durch ihre geheime Räth erwogen und über legen lassen, befunden, dass dabey nicht wenig Gefahr, unter anderen Vorschlägen haben Sie endlichen sich dahin erklärt, wenn ein Löblicher Magistrat von Franckfurt sich Reversiren wolte, dass es Ihr Churfürstl. Gn. an ihren Rechten nicht nachtheilig seyn soll, wolten lhre Churfürstl. Gn. gegen Legung aller Gebühr, vor das mahl die Cöllsche Schiff ohne Ausslad in den Mayn passiren lassen, die waren mögten Sie bey dem Guttleuthhoff oder wo sie wolten aussladen, und ihrer gelegenheit mit verfahren. Mir ist hertzlichen leid, dass die Commercien alsso gesteckt, Ich bin fast in Ungnad gerathen, dass Ich so ernstlich auff diesse Sach nun Acht Tag hero so starck gedrungen. Es were guth gewest, wann Ihr etwa einen auss Ihren Mitteln, oder von den herrn Kauff- leuthen einige personen gesand hetten, mögten ihr was er halten haben. Den Botten hab ich hier thun bleiben, biss Er Morgen von lhr Churfürstl. Gn. die Anttwortt erlangt, und mit zurück bringt. Hier seind keine fahren zu haben, wenn mann schon resolviren wolt, zu Land das Guth zu hohlen. Johannes von Langen hält bey Lorch, wann Er nur Uhrlaub hette, könnte bald hier seyn, habs meinem herrn zur Nachricht im Vertrauen nicht verhalten wollen, freundlich gegrüsst und Cott befohlen. Maintz den 5. April Ao 1666 Meines hochgeehrten allezeit willigster Emond Rokoch m. p.«

Der Inhalt des Briefes zeigt, dass Rokoch in derartigen kaufmännischen Fragen völlig auf dem Laufenden war und nicht davor zurückschreckte, an dem Hofe Ansichten vorzu bringen, die nicht gerade genehm waren. Es tritt in diesem Schreiben der kurfürstliche Rentmeister völlig in den Hinter grund, es spricht daraus der weitblickende Kaufmann, der weiss, dass durch die Förderung des Handels der Wohlfahrt der Massen und dem persönlichen Interesse gedient wird.