Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 1. Teil
Entstehung
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»Dass ¹) die Comercia der gestalt darnider ligen, ist die haubtursach die ersteigerung der Zöll, in deme der golt- gulden vor alters alss die Zoll Roll gemacht, nuhr 16 batzen golten, anietzo aber mit zween gulden fünff alb. bezahlt und benebensst, dass ein Drittel der wahren so von undenck- lichen jahren her dem Schiff- und Kaufmann zu guthem nachgelassen worden, exacte verzollt werden muss, die Chur Cöllische, Brandenburgische und Holländische Licensen auch, welche ein grosses ertragen, nit abgethan, sondern noch täglichss vermehrt werden, dahero die Kauffleuth ihre wahren überlandt mit geringerm costen als zu wasser gehen lassen und die Schiffleuth verderben; diese beschwehrung ist nuhn öffterss zerlegt, aber niemahl remedijrt worden, weil die Rheinische Chur- und Fürsten in diesem gemeinen interesse nit einig, auch keine Zoll Capituls täg gehalten werden und keine lieb zu wideraufbringung der Commercien verspührt, viel weniger den alten gravaminibus abgeholffen wirdt, son dern noch täglig Newe uffkommen, der wegen der Commer cien undergang ahm Rheinstrohm nothwendig erfolgen muss.«

Indes trotz aller Hindernisse erwarb Rokoch einen Reich- tum, wie ihn vor ihm kein Mainzer Kaufmann besass und wie ihn im kurfürstlichen Mainz auch nach ihm keiner errang. Nicht günstige Zeitverhältnisse, sondern rastlose Tätigkeit und ge schäftliche Gewandtheit führten Emund Rokoch zu seiner gewiss vielbeneideten Lebensstellung.

Dass Rokoch bei einem so ausgedehnten Geschäft auch bei auswärtigen Kaufleuten Ansehen genoss, erscheint selbst- verständlich. Aber es fehlt hierfür auch nicht an einem Be lege. Als der Mainzer Kurfürst im Frühjahre 1666 wegen der Pestgefahr kölnische, aber auch niederländische Waren sein Erzstift nicht passieren liess, wandte*) sich Frankfurt unter dem 4. IV(25. IIl!) 1666 an diesen und bat, er möge doch den niederländischen Waren bei gegenvärtiger Oster- messe die Durchfahrt durch sein Gebiet gestatten. Um in dieser Angelegenheit auch persönlichen Einfluss an dem Mainzer Hofe geltend zu machen, schickte der Frankfurter Bürger Philipp Ludwig Orth das Schreiben des Magistrates am 4. April 1666 an Rokoch, damit es dieser persönlich dem Kurfürsten überreiche. Fast umgehend antwortete Rokoch, der tatsächlich die Vorstellung der Frankfurter dem Kur- fürsten überreichte. Am 5. April³) 1666 sandte er folgenden Brief an Philipp Ludwig Orth:

1) Hofkammervisitation 1673 und 1675. Kreisarchiv Würzburg. Mainz. Reg.-Arch. L. 901 Lad. 35.

2) Schrohe, Kurmainz in den Pestjahren 1666/7 S. 15 f.

3) Frankfurter Contagionsakten I. Bd. fol. 223. Copia Schreibens d. H. Emond Rokochs an f. Philipp Ludwig Orth.