Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 1. Teil
Entstehung
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geben und daselbst 8 Wochen aufgehalten habe, sei der Gräfin zu Butzbach von Gute Kenntnis geworden und sie habe sich bereit gefunden, dasselbe zu kaufen,»damit bey geprauch dess wiessbades und Sauerbronnen Ihr bloses contentement des ohrts zu Zeiten etwan gehaben möchten.« Rokoch schloss den Verkauf um 5000 fl. ab; daneben über gab er eine Schuldverschreibung auf die Schäferei, welche die Gemeinde zur Abstattung ihrer Friedensgelder und in anderen Nöten einging, ferner Klein- und Grossvieh, Wagen und Geschirr, alles zusammen für 1650 fl. Rokoch hoffte, wie er zum Schlusse seines Briefes betonte, dass der Oraf dem Verkaufe nicht entgegen sei, im übrigen habe es die Gräfin übernommen, die Einwilligung des Grafen zu erwirken. In der Tat liegt ein diesbezügliches Schreiben der Gräfin zu Butzbach an den Grafen von Nassau vor¹). Aber auch die Antwort des Grafen an diese?²) wie an Rokoch³) hat sich erhalten; er verweigert darin zunächst seine Zustimmung zu dem Verkaufe.

Die endgültige Verkaufsurkunde⁴) ist vom 16. Dezember 1651. In ihr verkaufen E. Rokoch und seine Gattin Anna Kath. an die Landgräfin Christine Sophie zu Hessen-Butzbach ihr freies Haus nebst Hof, Scheune, Ställen und zugehörigen Ländereien. Letztere bestehen in 168 Morgen Acker, 30 Morgen Wiesen, 8 Morgen Weingärten, die sich im Bau be finden, 3 Morgen Weingärten, die noch wüst liegen, 11 Morgen Obst- und Baumgärten). Ferner sind in den Verkauf eingeschlossen 350 Stück Schafeneben der halben Schäferei auf 12 Jahre und der Gemeinde Kosten daselbst, ebenso die andere Hälfte bis auf Wiederablösung der 400 fl., die darauf vorgeschossen wurden, endlich ein Pferd, 2 Ochsen und 2 Küheé), nebst allem Geschirr und allen Vorräten. Ab- gesehen von jährlichen 20 Achtel Korn, die zum Teil in das Kloster Klarental, die Kellerei Wiesbaden und die Kirche zu

1) Vom 12./2. Februar 1651 a. a. O.

2) Vom 28./18. Februar 1651 desgl.

3) Vom 28./18. Februar 1651 desgl.

4) Ebenda V7 Biebrich-Mosbach. Origin.-Perg.-Urkunde in duplo; desgl. eine Kopie. Die Originalurkunde enthält die Siegel Sophia Christinens Landgräfin von Hessen und E. Rokochs, ferner die Unter- schriften der beiden sowie der Gemahlin Rokochs, Anna Catrinas.

5) Im ganzen umfasste das Gut 221 Morgen. Diese wurden be gangen und das(EinzehVerzeichnis darüber geliefert durch den Schultheissen, das Gericht und die Gemeindevorsteher zu Biebrich am 2. Dezember 1651. Königl. Staatsarchiv Wiesb. V7 Biebrich-Mosbach.

6) Dieser Besitzstand an lebendem Vieh ist charakteristisch für die damalige Zeit. Die Pferde waren im dreissigjährigen Kriege auf- gebraucht worden. Kühe und Ochsen konnte man in grosser Zahl

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