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Sekretär des Grafen von Nassau nach ldstein: Herr Emund Rokoch hat sich unlängst erboten, wenn ihm der GOraf seine GCüter zu Biebrich befreien und über die Aue— gemeint ist die Kartäuseraue!)— als ein Kunkellehnen belehnen wolle, so werde er durch die 300 Rtlr. auf den Hof Nürnberg, die hnalbe Wintersaat daselbst, welche er auf 100 Rtlr. anschlage, die aufgewendeten Baukosten der auf den Sommer gepflügten Güter, so zu seinem(Rokochs) halben Teil 10 Morgen sein möchten, und durch das, was der Graf von Nassau ihm nach gehaltener Abrechnung noch schuldig sei, ein Betrag von etwa 24 Rtlr., einen Strich machen und»den Hauptbrief auf Biebrich von 200 Rtlr., darauf die Zinsen von 1624 noch ausstehen«, dem GCrafen einhändigen²). Der nassauische Rentmeister schreibt weiter, er habe Rokoch erklärt, dass der Graf auf diese Bedingungen nicht eingehe, und wenn er (Rokoch) nicht ein mehreres tue, werde er(der Rentmeister) die Aue ihm aufkündigen und selbst wieder in Besitz nehmen. Rokoch seinerseits habe ihm geantwortet,»es würde ihn allzuteuer ankommen«, um aber dem Crafen nicht Ursache zum Handeln in besagtem Sinne zu geben, wolle er(Rokoch) noch dazu ein Paar Ochsen, einen Wagen, einen Pflug und eine eiserne Egge auf Nürnberg, Gegenstände, die zusammen auf 60 Rtlr. geschätzt würden, die Hälfte übergeben; mehr könne er(Rokoch) nicht tun und müsse widrigenfalls, was dem Grafen um dessentwillen gut scheine, geschehen lassen und seines ausgelegten Geldes gewärtig sein.
Nach weiteren Hin- und Herschriftens) wurde die Ange— legenheit im September 1648 zur Zufriedenheit beider Teile, d. h. Rokochs und des Grafen Johann von Nassau, zu Ende geführt. In dem Briefe, den Rokoch am 27. September 1648 an den nassauischen Rentmeister Mayer richtete⁴), verzichtet er auf die Mühle oder die darauf stehenden 200 ktlr., dann auf die 400 Rtlr. bares Geld(die er von Biebrich zu beanspruchen hat), ferner auf die auf dem Hofe aufgewen-— deten Baukosten und auf ausgelegte Unkosten im Betrage von 13 Rtlr., um auf diese Weise allen seinen Gütern in
1) Rokoch hatte in seinem Schreiben betont, dass ihm die Stücker Aue wenig Nutzen biete und wohl auch dem Orafen keinen grossen Vorteil gewähren werde; sie sei etliche 100 Jahre den Kartäusern erblich verblieben. Es ist die heutige Peters-Aue bei Mainz.
2) In dem Briefe, den Rokoch am 27. Sept. 1648 an David Mayer richtete, bemerkte er, dass in der früheren Specification wegen übler Zeiten die 200 Rtlr. vergessen worden seien, die auf der Mühſe ruhten.
3) Briefe Rokochs an David Mayer vom 10. Juni, einer ohne Da- tum, vom 27. und 28. Sept. 1648 liegen in den Wiesbadener Akten.
4) Ebenda.


