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des Salpeters¹) für Deutschland; er erwähnt aber an keiner Stelle, dass etwa das Erzstift Mainz an diesem Mineral be— sonders reich sei. Rokoch hat deshalb, so dürfen wir wohl annehmen, nicht allzulange in dem Erastift Mainz nach Salpeter graben lassen. Spätestens mit dem westfälischen Frieden wird er hiermit aufgehört haben; urkundliche Anhalts— punkte fehlen in dieser Beziehung.
Doch mochte Rokoch lange nach Salpeter graben oder nicht, mochte er grossen oder geringen Gewinn erzielen, für seine Beurteilung ist es von hohem Werte, dass er über-— haupt einem solchen Plane nähertrat. Wahrscheinlich wird ihn das Beispiel anderer bestimmt haben, sich einem Ge— schäftszweige zuzuwenden, der infolge der Kriegsverhältnisse besondere Bedeutung beanspruchte. Immerhin aber erscheint er um dieser Tätigkeit willen als ein unternehmender und weitblickender Geschäftsmann. Er begnügte sich nicht mit dem Herkömmlichen und wagte es, die ausgetretenen Bahnen zu verlassen, um auf neuen Wegen zu wandeln. Ein echter Kaufmann!
Daneben verschmähte es Rokoch als tüchtiger Geschäfts- mann nicht, bei günstiger Gelegenheit Waren und Liegen- schaften anzukaufen, um sie mit Vorteil wieder loszuschlagen. Einen trefflichen Beleg in dieser Beziehung bieten die Schick- sale seines Gutes in Biebrich-Mosbach.
Nach dem Prager Frieden, also zu der Zeit, als die Grafschaft Nassau-ldstein dem Mainzer kurfürsten zuge— sprochen war, erwarb Rokoch in Biebrich-Mosbach, zum Teil auf dem Platze des heutigen Schlossgartens?), umfang- reiche Ländereien. Dabei kam ihm die Armut der dortigen Landleute sowie der Gemeinde zu statten; an letztere hatte er nämlich 200 Rtlr. geliehen²). Vielleicht war ihm dabei auch vorteilhaft, dass sein Schwager Gerhard Eichhorn kur— fürstlich mainzischer Rentmeister in Wiesbaden war.
Später, als Rokoch mit dem Orafen von Nassau über die Rückgabe des Nürnberger Hlofes verhandelte, suchte er für sein Gut ein Privilegium zu erlangen. Unter dem 24. Dezember 1647 richtete¹) Rokoch in diesem Sinne an den gräflich nassauischen Rentmeister David Mayer einen Brief. Am 27. Dezember 1647 schrieb?) dann Mayer an den
1) k. Teil 1656 S. 122, 146 f.
2) Gütige Mitteilung von Herrn Professor Heyne in Biebrich.
3) In dem Briefe, den Rokoch am 10. Juni 1648 an David Mayer schrieb(siehe unten), führt er diese Summe und 200 Rtlr. Interessen an.
4) Lenit Staatsarchiv Wiesbaden, Herrschaft Biebrich-Mosbach 15.
5) Ebenda.


