Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 1. Teil
Entstehung
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Auf den Wein- und Mehlhandel kann sich das Geschäft Rokochs nicht beschränkt haben. Darauf weist das Aus gabenbuch hin, das die Mainzer Jesuiten in der Zeit vom 1. August 1639 bis Ende Februar 1649 führten¹). In diesem werden an Emund»Rokog« nacheinander 223 Rtlr. sowie 224 fl. 2 Albus zur Begleichung von Rechnungen(ad com putum) entrichtet. Was sollen aber die Jesuiten so regel- mässig für ihren Haushalt bezogen haben? An Mehl und Spezereien ist wohl in erster Linie zu denken. Dazu passen auch die verschiedenen Einzelposten, die uns in deren Aus gabenbuch begegnen. Am 19. September 1639 zahlen sie Rokoch für Salz und Talgfett(smegma) 12 fl. 14 Alb., am 9. März 1643 für ein Fässchen Seife im Gewichte von 60 Pfund 4 ½ Rtlr.

Auch nach einer anderen Seite hin ist dieses Aus- gabenbuch der Jesuiten für die Charakterisierung des Rokochischen Geschäftes wertvoll. Rokoch übernahm es nach Art der Grosskaufleute, den Jesuiten einzelne Wechsel auszubezahlen, so am 5. März 1640 einen solchen von 100 Rtlr., der auf Pat. Ronte lautete und in Köln ausgestellt war ²).

Ein anderes Gebiet, auf dem Rokoch tätig war, erschliesst eine Urkunde des Jahres 1642. Er erhielt nämlich in ihr durch den Kurfürsten Anselm Kkasimir das Recht, allein in dem Erzstift Mainz nach Salpeter zu graben und den Handel mit diesem Mineral zu betreiben. Der Wortlaut dieses Privilegiums ist folgender:

»Revers Emundt Rokochs über den Salpeter im Erastift Mainz zu graben. ³)

lch Emund Rokoch bekenne und thue khund offentlich mit diesem Brieff dass der Hochwürdigst Fürst und Herr Herr Anselm Casimir Ertzbischoff zu Mainz und Churfürst,

1) Liber cistae Collegii Moguntini Soc. Jes.(Mainzer Stadt- bibliothek.)

2) Ab Emmundo Rokog ratione Cambii nomine R. P. Ronte debiti nobis Coloniae contracti 100 lmperiales(unter den Imposita aufgeführt). Dass sich der Eintrag zum 15. Januar 1643: A. P. Antoni Colonia mutuo per D. Emmund 200 lmperiales und der entsprechende Vermerk unter den Ausgaben(ebenfalls 15. Jan.): Dno Emund ratione Cambij 4 fl. 22 ½ Alb. ebenfalls auf Emund Rokoch bezieht, ist fast sicher.

3) Kreisarchiv. Würzb. Mainz. Archiv. Libri communes Bd. 8 Fol. 55 b bis 57 b; die Urkunde findet sich nochmals mit unwesentlichen Ab- weichungen, vor allem in der Schreibweise, Fol. Qla 92 b. Das Datum der Urkunde ist da und dort dasselbe.