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9) Zeichnen.
Ziel. Das Zeichnen wird als Vorübung für die Mathematik(Formenlehre in VI-V), zur Anwendung der- selben(Perspective, Projection, Schattenconstruction) und zur Bildung und Entwickelung des Schönheitssinnes geübt. Der Tertianer muss schon eine angemessene Uebung im Freihandzeichnen und Bekanntschaft mit den Elementen des perspectivischen Zeichnens haben.— Der Abiturient muss ausserdem im geometrischen Zeichnen eine Fertigkeit nachweisen d. h. die Befähigung im Linearzeichnen von einfachen Gegenständen aus dem Gebiet der Architektur, der Maschinenkunde oder anderer Fächer des praktischen Lebens eine Projection, geometrisch oder perspectivisch, einschliesslich der Schattenconstruction, zu zeichnen.
Von VI ab dienen als Vorbilder die Wandtafeln von Troschel, dessen Lehrmethode im Allgemeinen streng festgehalten wird..
VII.—VI. Elementarzeichuen(Linien in verschiedenen Maassen und Verbindungen, Winkel und geradlinige Figuren) nach Vorzeichnungen an der Wandtafel nach Domschlee und Troschel.
V. Fortgesetztes Elementarzeichnen(Kreise, Kreistheile, Ovale und reguläre Polygone), Vorübungen zum Zeichnen von Ornamenten in Verbindung mit Architektur(architektonische Glieder, Anwendung der Glieder, natür- liche Blattformen, Vasen, Verzierungen der Glieder etc.) wie in Sexta.
IV. Anfänge im perspectivischen Zeichnen und architektonisches Zeichnen wie in Quinta mit Sehattirung.
III. Perspectivisches und architektonisches Zeichnen(Gitter, Schnecken, Friese, Rosetten, Consolen, Zwickel, Säulenordnungen); Freihandzeichnen(Gesichtstheile, Köpfe etc.).
I1— I. Perspectivisches Zeichnen und Zeichnen von Gesichtstheilen und ganzen Köpfen, 2 St.
I. Geometrisches Zeichnen: Darstellung von Linien, Flächen, Körpern und ihren Durchschnitten mittelst horizontaler und verticaler Projectionen nebst mathematischer Begründung, 1 St.
10) Schreiben.
Um eine gute und reinliche Handschrift zu erzielen, wird in allen Klassen mit grösster Sorgfalt darüber gewacht, dass die Arbeiten auch in Bezug auf die Form(Schrift, Brechen des Randes, Löschblatt, Umschlag etc.) den Anforderungef genügen. Nachlässige Schüler werden in die Extra-Schreibstunde(Mittwoch Nachm. 2— 3 Uhr) geschickt.
VIII.—IV. Stufenweises Fortschreiten nach Maassgabe und unter Benutzung der Lesshaft'schen Schreib- schule unter Berücksichtigung der individuellen Anlage.
11) Singen. 9
Ziel. Einfache Choral- und Volksgesänge werden neben dem mehr künstlerischen Gésange, der nur im „grossen Chor“ geübt wird, nicht vernachlässigt. Zu diesem Ende sind vorerst 20 Volkslieder aus dem„Sänger- hain“ und die Choräle des ersten Heftes des Choralbuches von Erk ausgewählt, die jeder Schüler der Anstalt, sofern ihn seine Confession daran nicht hindert, nach Text und Melodie memorirt, so dass zu jeder Zeit ohne Noten- apparat gesungen werden kann.— Dispensation vom Gesangunterricht tritt nur auf Grund eines ärztlichen Attestes in der Zeit des Stimmbruches der Schüler ein.
VIII VII. Einübung von 10 Choralmelodien und 10 Volksgesängen.
VI. Einübung der Dur-Tonleiter und des Dreiklanges innerhalb einer Octave, Gehörübungen, Belehrungen über Takt und Pausen, Notenlesen. Einübung von 10 neuen Choral- und Volksmelodien.
Kleiner Chor(die weniger für Gesang befühigten Schuler aller Klassen von Quinta aufwärts): Einübung der Choräle und Volkslieder, ein- und zweistimmig.
Grosser Chor(die besten Sänger aller Klassen): Fortgesetzte Belehrung über die Tonarten, Tonleitern, Intervalle, Schlüssel etc)— Mehrstimmiger Gesang(Choräle, Lieder, Motetten, Cantaten.)
12) Turnen.
Ziel. Dieser Unterricht, gleich wichtig in Bezug auf die dadurch erstrebte körperliche Gewandtheit und Tüchtigkeit als auch in Bezug auf die dadurch gewirkte heilsame Zucht, die Nährung des Sinnes für Ordnung und


