Mannſchaftsſieg unter den hoheren Schulen zu erringen. Auch zu den„Banner-Schlag⸗ ballſpielen“ des Preuß. Philologenverbandes ſtellten wir eine Mannſchaft, der es vor drei Jahren gelang, die Provinzmeiſterſchaft von Heſſen-Naſſau zu erkämpfen.
Mit dieſen Gelegenheiten glaubten wir den Wettkampfdrang unſerer Schüler voll be— friedigt zu haben Ein Mehr würde unter allen Umſtänden die Lernarbeit ungünſtig be⸗ einflußt haben. Wir ſtehen nicht an, ſogar in dem bisher Gebotenen ein„Zuviel“ zu er— blicken. Auf alle Fälle wollen wir einem ungeſunden Ehrgeiz keinen Vorſchub leiſten. Der geſamte Lehrkorper der Adlerflychtſchule vertritt den Standpunkt, daß der Schüler auch auf dem Gebiete der Leibesübungen ganz der Schule gehören muß, die ihn führt und für ihn ſorgt, und daß Miterzieher außerhalb der Schule und des Elternhauſes nicht erwünſcht ſind.—
Was in der Schule auf dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung für unſere Schüler getan wird, geſchieht nur zu ihrem Beſten.
V. Angewandtes Phantaſiezeichnen.
Lon Ernſt Reupke.
De Kindesalter ſteht vorwiegend unter dem Einfluß der Einbildungskraft. Sie gibt dem Willensleben Ziel und Richtung und iſt der Antrieb zu den erſten künſtleriſchen Ausdrucksverſuchen beim Kinde. Triebhaft fühlt es das Bedürfnis, ſein eigenes An⸗ ſchauen, Erleben und Fühlen mit dem Stift in der Hand kindlich naiv und ſpieleriſch fabulierend durch Zeichnungen wiederzugeben. Für den aufmerkſamen Beobachter ſind dieſe Zeichnungen eine Quelle der Freude, da er in ihnen ſeine eigene Jugend noch ein— mal erleben kann. Sie geben aber auch ſchon Aufſchluß für künftige Entwicklungs⸗ möglichkeiten.
Jedes Kind macht aber auch eine Zeit durch, in der es ſeine eigenen Erzeugniſſe kritiſch betrachtet und ſich von der Unzulänglichkeit ſeiner Darſtellungs- und Ausdrucksmittel der Wirklichkeit gegenüber überzeugt. Gar leicht und oft verliert es dann die Luſt zum Fabulieren. In dieſem kritiſchen Augenblicke wird es im Zeichenunterrichfe vor den wirk⸗ lichen Gegenſtand, vor die Natur geführt. Das eigentliche Abzeichnen beginnt.
Naturgemäß wäre nun zu erwarten, daß nach Aneignung beſſerer und richtiger Aus- drucksmittel die Luſt zum Fabulieren, zum Phantaſiezeichnen, mit ſchönerem und richtigerem Geſichte wieder hervortreten würde. Bei den weitaus meiſten Schülern der mittleren und oberen Klaſſen iſt aber bisher feſtzuſtellen, daß das in dem zu erwartenden Maße nicht zutrifft. Uber allem Naturzeichnen ſcheint die Phantaſie vielfach eingeſchlafen oder ver— kümmert zu ſein. Da aber die Phantaſie die einzig ſchöpferiſche Kraft im Menſchen iſt (ſei es im Berufe des Ingenieurs, des Architekten, des Malers, des Dekorateurs, des Muſikers, des Forſchers), ſo müſſen Mittel und Wege gefunden werden, ſie ohne Unter⸗ brechung auch neben dem Naturzeichnen rege und in Übung zu halten, um einem Ver— kümmern und Einſchlafen vorzubeugen. Das kann neben anderem nun dadurch ge⸗
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