ſchehen, daß wir ſie im freien Spiel üben und zwar mit ſolchen Darſtellungsformen und mitteln, die in jener kritiſchen Zeit jeder Schuler beherrſcht und leicht handhaben kann. Das ſind: die gerade Linie, der Bogen, die freigeſchwungene Linie und der Farbfleck. Dazu kommen die Formen, die mittlerweile im Naturzeichnen erworben und geläufig ge⸗ worden ſind. Die zwangloſe Art des freien Spiels muß dabei unbedingt gewahrt bleiben, denn nur im Spiel wird Luſt und Mut zum freien Erfinden geweckt. Durch Vorzeigen gut gelungener Arbeiten werden die Schüler zum Lergleich und zur ſtillen Selbſtkritik geführt, und ſo dienen dieſe Übungen gleichzeitig der Bildung des Geſchmacks und des Farbenſinnes. In den Klaſſen der Oberſtufe können dieſe Übungen dahin erweitert werden, daß rhythmiſche und dynamiſche Motive einbezogen und Unterſuchungen über Ausdrucks⸗ und Stimmungswert der freien Linie, ſowie der Ton- und Farbflecke ange⸗ ſtellt werden.
Die beigefügten Tafeln I—lII ſind Schülerarbeiten. Tafel l zeigt das freie Spiel und zwar in Fig. 1 mit der geraden Linie, in Fig. 2 mit der gebrochenen Geraden, in Fig. 3 mit dem Bogen und in Fig. 4 mit dem gebrochenen Bogen.
Tafel Il, Fig. 1 und 2 zeigen Anwendungen obiger Übungen in Verbindung mit ſtiliſierten Naturformen. Fig. 3 u. 4 entſtanden aus freiem Spiel mit der Sägezahnlinie und der ſtehenden, überſtürzenden Wellenlinie.
Tafel III zeigt aus Naturformen abgeleitete und ſtiliſierte Formen.
Tafel IV zeigt in einigen Beiſpielen das Endziel alles Gedächtnis und Phantaſiezeichnens, nämlich Ausdrucksmöglichkeiten und Ausdrucksmittel auch für ſolche Gefühlswerte zu finden, die abſeits von der exakten Naturbetrachtung liegen, alſo die reine Stimmungs⸗ und Gefühlswelt aus dem Erleben heraus ausmachen. Es ſtellen dar: Fig. 1 Lebens⸗ kraft, Fig. 2 Alter, Fig. 3 Mutter und Kind, Fig. 4 Zauberer.
DRUCK VON VOIGT& GLEIBER, FRANKFURT A. M., BIEBER-GASSE G
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