Aufsatz 
Aus der Geschichte der Schule
Entstehung
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Ubungen augenſcheinlich werden laſſen. Doch, dieſesEindruck⸗-ſchinden wollen iſt nicht die Triebfeder unſeres Handelns. Wir wollen damit nur ſagen: So turnen unſere Schüler in der warmen Jahreszeit immer, weil darin ein ungemein wichtiges geſundheit- förderndes Moment liegt, weil dadurch die Beobachtung des Körpers durch den Turn lehrer möglich iſt, weil es uns Haltungsfehler uſw. nicht verbirgt, weil für jeden Einzelnen die Wirkung der Übungen auf den Körper erkennbar wird. Unſer Ziel bleibt: Wir wollen mit der Zeit dahin kommen durch Aberzeugung ſowohl der Schüler wie der Eltern daß ſtets dort(auch im Winter), wo der Körper in lebhafter, wärmender Be wegung erhalten wird, mit völlig freiem Oberkörper geturnt wird. Alſo, Eltern! Legt uns kein Hindernis in den Weg und bezwingt Euere Angſtlichkeit, wenn wir der Licht⸗-Luft⸗ Forderung für den jugendlichen Körper Rechnung kragen wollen, Ihr werdet es uns ſpäter danken!

Zu irgendwelcher Leiſtung auf dem Gebiete des volkstümlichen Turnens iſt nur eine ge⸗ ſchmeidige, ſchnellkräftige Körpermuskulatur fähig. Eine ſolche unſeren Schülern anzu erziehen iſt Zweck unſerer beſonders gerichteten Freiübungen. Wir können wohl ver⸗ ſtehen, wenn dieſem oder jenem in Erinnerung an den Freiübungsbetrieb früherer Zeit ein Grauen durch den Körper rieſelt und ihm die Langeweile von damals wieder gegen- wärtig wird. Gewiß, es gibt auch heute noch Schüler, die gerne die Flucht vor unſeren Freiübungen die wirKörperſchule nennen ergreifen möchten, aber beileibe nicht, weil ſie ihnen langweilig ſind, ſondern weil ſie den faulen, energieloſen Körper ganz gehörig in ungewollte Schwingungen und bald in Dampf verſetzen. Wir arbeiten mit unſeren neuzeitlichen Frei- und Handgeräteübungen den Körper ſchnellſtens, planmäßig und gründlich durch, wir machen die Geſamtmuskulatur geſchmeidig, lockern und löſen Lerſteifungen oder Verkrampfungen in den Muskelzuſtänden und Gelenken und erziehen ſo zu einer ſchnellkräftigen Muskulatur, die wir beim Betriebe der volkskümlichen Ubungen benötigen.

Hier müſſen wir eines erfolgreichen Reformers auf dem Gebiete der Körperkultur ge⸗ denken, eines Mannes, dem wir viel zu danken haben: Dr. Rudolf Bode in München, des Schöpfers einer bahnbrechendenAusdrucksgymnaſtik. Dr. Bode hat uns gelehrt, daß jede iſolierte Anſpannung, jede iſolierte Bewegung falſch iſt, daß vielmehr alle Be wegungen richtig ſind, die Totalbewegungen des Körpers entſpringen, die Totalbewegungen ſind; zum Zweiten: daß alle Bewegungen kraftſparend ſind, die aus dem Schwerpunkt des Körpers heraus erfolgen; zum Dritten: daß auf jede Spannung eine Entſpannung folgen muß. Dieſe Grundſätze Dr. Bodes wurden uns Wegweiſer. Wir machten als erſte Schule in Deutſchland ſchon vor Jahren den Lerſuch, die Grundübungen der Bodeſchen Ausdrucksgymnaſtik im Knabenlurnen zu verwenden und die Prinzipien Bodes auf jede Art körperlicher Arbeit, ſowohl auf die alten Freiübungsſtoffe, wie auf das Gerätelurnen, vornehmlich aber auf die volkskümlichen Ubungen zu übertragen.(Sgl. auchMonats⸗ ſchrift für Turnen, Spiel und Sport 1924, Heft5. Moller, Vorbereitung volkstümlicher Ubungen durch Übungen der Bodeſchen Ausdrucksgymnaſtik.)

Die Bodeſchen Schwungübungen, deren Zweck iſt, einen einheitlichen rhythmiſchen Ablauf der Bewegung zu erzielen, haben unſeren geſamten Freiübungsſtoff beeinflußt. Con der Betriebsweiſe, die auf die Stellung den Schwerpunkt legte, welche die angeſpannte

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