Aufsatz 
Aus der Geschichte der Schule
Entstehung
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umdeutet und umſchafft und damit erſt die ſogenannteAußenwelt erzeugt.Das Höchſte wäre zu begreifen, das alles Faktiſche ſchon Theorie iſt, ſagt Goethe. Deshalb ſoll der Schüler auch erkennen, daß es nicht reelle Dinge ſondern Symbole ſind, mit deren Hilfe wir das Gebäude der Wiſſenſchaft aufbauen. Bei den grundlegenden Begriffen der Natur wiſſenſchaft, wie Kraft, Widerſtand, Anziehung uſw., handelt es ſich um die Projektion der eigenen Empfindungen in die Außenwelt. Wir kommen eben nicht über die Tatſache hin weg, daß der Menſch das Maß aller Dinge iſt. Wollte man den Anthropomorphismus ganz ausſchalten, ſo würde man das Sicherſte ausſchalten, was wir überhaupt haben unſere eigenen Empfindungen.

Unbedingt iſt auch zu fordern, daß der naturwiſſenſchaftliche Unterricht den Schülern eine Lorſtellung gibt von dem Weſen des Naturgeſetzes und der Hypotheſe und davon, was dieſe leiſten und was ſie nicht leiſten köͤnnen.Hypotheſen ſind Wiegenlieder, womit der Lehrer ſeine Schüler einlullt; der denkende treue Beobachter lernt immer mehr ſeine Be ſchränkung kennen, er ſieht: je weiter ſich das Wiſſen ausbreitet, deſto mehr Probleme kommen zum Lorſchein. So erklärt Goethe. Auch wir wollen unſeren Schülern nicht vorenthalten, daß das Forſchen nach Wahrheit eine Aufgabe iſt, die reſtlos nie gelöſt werden wird, und daß die Wiſſenſchaft die letzten Gründe des Geſchehens niemals erkennen wird. Eine ſolche Einſtellung des Unterrichts wird die Schüler vor Selbſtüberheblichkeit bewahren und ſie zur Beſcheidenheit erziehen, die eine Eigenſchaft gerade der größten unſerer Natur forſcher iſt. Wer ſich der Grenzen ſeines eignen Wiſſens bewußt iſt, wird auch Achtung haben vor dem Glauben und den Anſchauungen der anderen.

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Die Wiſſenſchaft hat nicht nur Selbſtzweck, ſie will nicht nur ein möglichſt getreues Bild der Wirklichkeit geben, damit wir uns in der Welt zurechtfinden können. Darüber hinaus ſoll uns das Wiſſen von der Natur dazu dienen, dieſe nach unſerem Willen umzugeſtalten.

Auch das Ziel der Technik iſt ein ethiſches! Sie befreit den Menſchen vom Zwang der Natur, und alle Schranken, die die Natur zwiſchen Menſch und Menſch aufgerichtet hat, werden durch ſie beſeitigt. Die Technik hat dem Menſchen die Waffen geſchmiedet, mit deren Hilfe er ſich zum Herrn der Erde gemacht hat und ſie hat die Wunden geheilt, die der harte Kampf ums Daſein ſchlägt. Selbſt vor dem Tode ſchreckt ſie nicht zurück, ſie hat den Kampf aufgenommen gegen Krankheit und Sterben, und Schritt für Schritt drängt ſie dieſe Mächte zurück, um dem Leben zum Siege zu verhelfen.

Heute mehr denn je beruht Deutſchlands Stellung in der Welt auf ſeiner Induſtrie und Technik. Wenn wir uns je wieder aus dem Abgrund, in den uns der Ausgang des Weltkrieges geſtürzt hat, emporarbeiten wollen, wenn wir das wieder werden wollen, was wir einſt waren, dann kann uns hierzu nur techniſche Ueberlegenheit verhelfen. Die po liliſche Zukunft unſeres Lolkes ſteht und fällt mit ſeiner materiellen Erwerbsfähigkeit! Ohne die Technik können aber auch Kunſt und Wiſſenſchaft nicht gepflegt und gefördert werden. Erſt dadurch, daß der Menſch die Naturkräfte in ſeinen Dienſt geſpannt hat, wurde die überſchüſſige Energie geſchaffen, die ſich auf den übrigen Gebieten der Kultur betätigen kann. Damit iſt unſer Leben auch menſchenwürdiger geworden! Und wenn wir heute die Werke unſerer großen Dichter und Denker, wenn wir die Nachbildungen von

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