Aufsatz 
Odyssee II, übersetzt
Entstehung
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Schwöre jedoch, dass nicht du der theueren Mutter es meldest,

Ehe der eilfte gekommen von jetzt an oder der zwölfte,

Oder sie selbst mich vermisst, und hört das Gerücht von dem Weggang, Dass durch Weinen sie nicht ihr schönes Gesicht sich verderbe.

Sprachs, und es schwur ihm die Alte den mächtigen Eid bei den Göttern. Doch nachdem sie geschworen und fertig gesprochen den Eidschwur, Füllte sogleich alsdann sie den Wein in gehenkelte Krüge,

Schüttete Mehl auch ein in zusammengenähete Schläuche; Und Telemachos gieng und mischte sich unter die Freier.

Jetzo ersann was anders des Zeus blauäugige Tochter. Gleich dem Telemachos sehnd durchzog sie die Stadt in der Runde, Und zu den Leuten sich stellend erzählte sie jedem die Sache; Und an dem Abend hiess sie zum hurtigen Schiffe sie kommen, Doch den Noëmon bat sie darauf um ein hurtiges Fahrzeug, Phronios herrlichen Sohn, und geneigt nahm dieser ihr Wort auf.

Helios senkte sich nieder und Nacht kam über die Strassen. Da zog jene das Schiff in die Meerflut und das Geräthe That sie hinein, was irgend ein ruderndes Schiff mitführet, Und stellts hin an das Ende der Bucht, doch wackre Gefährten Sammelten viele sich rings, und es trieb jedweden die Göttin.

Jetzo ersann was anders des Zeus blauäugige Tochter, Gieng forteilend zum Hause des göttlichen Helden Odysseus, Wo sie den lieblichen Schlaf ausbreitete über die Freier, Und sie im Trinken verstört' und warf aus den Händen die Becher. Die dann brachen zum Schlaf in die Stadt auf, und sie verweilten Nicht mehr lang, weil ihnen der Schlaf auf die Wimpern sich senkte. Doch zu Telemachos sagte des Zeus blauäugige Tochter, Als aus der trefflichen Wohnung hervor sie ihn hatte gerufen, Mentorn gleichend sowohl an Gestalt wie am Tone der Stimme:

Schon Telemachos sitzen die wohlumschienten Gefährten Dir am Ruder bereits, nur noch dein Mahnen erwartend, Gehen wir denn, dass länger wir nicht aufschieben die Reise.