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Reihweis gegen die Mauer geordenet, für den Odysseus,
Wann er nach Haus einst käm', auch vielerlei Leiden bestehend. Dran war trefflich gefugt die verschlossene Thüre mit zweien Flügeln, und Tag und Nacht war immer die Schaffnerin drinnen Wachsam, welche mit vieler Verständigkeit alles bewahrte, Eurykleia die Tochter von Ops, von dem Peisenoriden;
Ihr trug jetzo Telemachos auf, zum Gemache sie rufend:
Mütterchen, fülle wohlan mir Wein in gehenkelte Krüge, Lieblichen, der nach diesem der bessere, welchen du aufhebst, Jenen erharrend den ganz unglücklichen, wenn er zurück je Küme der edle Odysseus, dem Tod und Verderben entrinnend. Fülle mir zwölfe jedoch und verschleuss sie mir alle mit Deckeln. Mehl auch schütte mir ein in zusammengenähete Schläuche:
Lass es mir zwanzig Gemässe jedoch des gemahlenen Mehls seyn. Du auch wiss' es allein; und es sey flugs alles beisammen;
Denn ich gedenk' es zu holen am Abende, wann mir die Mutter Gieng in die obere Kammer hinauf, und pfleget der Ruhe.
Denn nach Sparta gedenk' ich zu gehn und zur sandigen Pylos, Forschend des theueren Vaters Zurückkunft, ob ich sie höre.
Sprach es, und laut auf schluchzte die Wärterin Eurykleia, Und wehklagend begann sie darauf die geflügelten Worte:
Aber o theueres Kind, was kam dir ein solcher Gedanke Doch in das Herz, und wohin denn denkst du zu ziehn in die Weite, Seyend der einzige Sohn, auch gieng schon sicher Odysseus Fern von der Heimath unter, der edele, draus in der Fremde. Doch hier werden sogleich, wie du gehst, sie dir Arges ersinnen, Dass du durch List umkommst, und sie all dein Gut sich vertheilen. Aber wohlan bleib' hier bei dem Deinigen, nicht in dem öden Meer ja musst du erdulden ein Unglück oder umherziehn.
Ihr entgegnete aber der kluge Telemachos also: Mütterchen, Muth! denn ohne den Gott kam dieser Entschluss nicht.


