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Deshalb lasse für jetzo den Sinn und Willen der Freier
Seyn, der Bethörten, die weder Verstand, noch Gerechtigkeit haben. Selber den Tod nicht ahnen sie ja und das finstere Schicksal,
Das schon naht, dass all' an dem nämlichen Tage zu Grund gehn. Nicht mehr lange verschiebt sich die Reise dir, welche du vorhast, Solch ein Genosse fürwahr bin ich dir von Seiten des Vaters,
Dass ich ein hurtiges Schiff' ausrüst' und selbst dich begleite,
Doch jetzt gehe nach Haus und menge dich unter die Freier, Mache die Zehrung zurecht, und besorge sie all in Gefässen,
Wein in gehenkelten Krügen, und Mehl, Marknahrung der Männer, In den geschlossenen Schläuchen, doch ich will hurtig indessen Sammeln Gefährten im Volk, freiwillige; Schiffe die Menge Finden wir aber dahier in dem Eiland, neue wie alte.
Hievon will ich dir eines erkundigen, welches das beste,
Und es geschwind zurichtend ins Meer dann ziehen wirs nieder.
Also Athene, die Tochter des Zeus; und fürder verweilte Nun Telemachos nicht, nachdem er die Göttin vernommen. Und er begab sich nach Haus gramvoll in dem lieben Gemüthe, Dort nun fand er die Freier, die muthigen, in dem Pallaste Ziegen die Haut abstreifend und Schwein' absengend im Hofe. Doch Antinoos gieng dem Telemachos lachend entgegen,
Und er ergriff ihm die Hand und sprach und sagte die Worte:
Nicht lass anderes jetzt groſssprechrischer, tobenden Herzens, Dich nicht Wort noch Werk Telemachos kümmern im Herzen, Sondern an Essen und Trinken erquicke dich, wie du es sonst thatst. Doch dies werden dir alles zumal die Achäer besorgen,
Schiff und erlesene Rudrer, damit zu der göttlichen Pylos Schnell du gelangst, Kundschaft von dem muthigen Vater zu hören.
Doch es entgegnete dem der verständige Sohn des Odysseus: Nicht Antinoos, kann ich mit euch hochmüthigen Freiern Still mich ergötzen am Schmaus und freuen in heiterer Ruhe.


