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erstrecken. Die Scheitel dieser Hügel stellen mehr oder weniger schmale Plateaus dar, deren Längserstreckung im Allgemeinen von SW. nach NO. gerichtet ist und deren Höhen durch folgende Zahlen veranschaulicht werden: Der Steigerberg, östlich von Wonsheim 224 m; der höchste Punkt des Weges von Flonheim nach Wöllstein, genannt„Die Wöllsteiner Hohl,“ 194 m; der Kühhimmel 198 m und der Streitberg 197 m, beide östlich von Gumbsheim gelegen; die Höhe 1 Kilometer südlich von Gau-Bickelheim 179 m und dann der höchste Punkt zwischen Badenheim und Sprendlingen 153 m. Wie wir auf unserer Karte sehen, sind genannte Höhen sämtlich mit Flussschottern bedeckt. Zwischen Wendelsheim und Uffhofen ruhen diese Ab- lagerungen auf den Schichten des Rotliegenden; weiter nördlich davon, auf dem Steigerberg, bildet der mitteloligocäne Meeressand die Unterlage derselben, während auf den übrigen Höhen der Cyrenenmergel das Liegende abgiebt. Die Gerölle bestehen aus dem verschiedenartigsten Materiale, das in Bezug auf seine Grösse sehr wechselt, jedoch selten den Umfang eines Hühner- eies überschreitet. Folgende Gesteine konnten in denselben unterschieden werden: weisse Quarze sind am häufigsten; seltner kommen die Geschiebe von Kieselschiefern, Chalcedon, Jaspis, Karneol, Amethyst, Bergkrystall und Achat vor. Dann stellen sich wieder häufiger ein: Porphyre verschiedener Varietäten, Porphyrtuffe und Melaphyre in manigfaltiger Ausbildung. Dazwischen lagern recht oft dunkle Schiefertone der Lebacher Schichten und hellgefärbte, grobkörnige Arkosen der Tholeyer Stufe. Das Tertiär ist vertreten durch Porphyrgerölle, Sandsteine und Konchylien des Meeressandes, sowie durch miocäne Kalke. Die Bohnerze, welche sich mitunter in beträchtlicher Menge ansammeln, dürften vielleicht pliocänen Alters sein.
Alle hier angeführten Mineralien sind in dem oberen Flussgebiete des Wiesbaches an- stehend und es kann wohl kaum einem Zweifel unterliegen, dass sie sämtlich demselben vom Flusse entnommen sind. Die so sehr häufigen weissen Quarze und die schwarzen Kieselschiefer sind wohl alle aus der Zerstörung von grobkörnigen Sandsteinen der Tholeyer Schichten her- vorgegangen.
An der Oberfläche bestehen die Schotterlager nur aus gröberen Geröllen, während in den tiefern Lagen derselben feinere Sande, manchmal tertiäre Konchylien enthaltend, mit gröberen Rollsteinen gemischt sind. Das Fehlen der feineren Sande an der Oberfläche ist wohl der Tätigkeit des Regens zuzuschreiben. Dieser hat die leichten Sandkörnchen ausgewaschen und weggeführt, wogegen die gröbern und schwereren Stücke liegen blieben. Doch wird auch dem Winde, welcher sich auf diesen freiliegenden Höhen manchmal in sehr kräftiger Weise bemerkbar macht, einiger Anteil an der Wegführung des Sandes zugesprochen werden müssen-
In Bezug auf die örtliche Verteilung der verschiedenen Mineralien in diesen Schotter- lagern dürfte noch erwähnenswert sein, dass in dem Raume zwischen Wendelsheim, Uffhofen, dem Steigerberg und der Wöllsteiner Hohl die Gesteine des Rotliegenden, sowie die des Alzeyer Meeressandes vorherrschen, wogegen tertiäre Kalksteine seltener auftreten. Nördlich von diesem Bezirke aber mehren sich letztere derart, dass sie mitunter das vorherrschende Gestein ausmachen. Auch ist bei diesen tertiären Kalken der Umstand von Bedeutung, dass sie wenig Abrollung, dagegen öfters scharfe Kanten und Ecken zeigen. Es möchte noch hinzu- gefügt werden, dass ihre Menge an der Ostseite der Gerölllager eine viel grössere als an der Westseite derselben ist.
Die ältesten Schotter des Apfelbachs.
An der Westseite des Donnersberges in einer waldigen Schlucht, Mordkammer ge- heissen, nimmt der Apfelbach seinen Ursprung. Etwa einen Kilometer unterhalb seiner Quelle beträgt die Höhe seiner Bachsohle 403 m, während dieselbe an der Mündung in die Nahe bei


