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Ippesheim sich auf 90 m beläuft. Bis Badenheim zeigt der Bach bei nördlicher Hichtung seines Laufes keine auffällige Krümmungen; erst unterhalb dieses Ortes macht er eine Wendung nach NW. um das Nahetal zu erreichen. Von seiner Quelle bis Wöllstein bestehen die Talgehänge aus Gesteinen des Rotliegenden; weiter abwärts setzen sie sich aus tertiären und diluvialen Schichten zusammen. Wo das Tal in sedimentäre Schichten einschneidet, ist es ziemlich aus- geweitet; Talengen finden sich überall da, wo es durch Eruptivgesteine seinen Weg genommen hat. Besonders enge Felsenschluchten treten zwischen Neu-Bamberg und Wöllstein auf, woselbst, der Bach die Porphyre am Galgen- Höll- und Oelberg durchbricht.
Seine ältesten Schotter trifft man auf den Höhen, welche von Iben bis Badenheim sein linkes Ufer begleiten. Es lassen sich drei grössere Ablagerungen unterscheiden:
1. Auf dem Fockenfelde nördlich von Iben mit einer Erhebung von 234 m. 2. Auf dem Höhenzuge südlich Volxheim, 217 m hoch, und 3. Auf der Höhe südlich Pleitersheim mit 178 m.
Auch bei diesen Ablagerungen wird, wie bei denjenigen des Wiesbaches die Haupt- masse von verschiedenen, meist kleineren Quarzarten gebildet. Donnersbergporphyre sind eben- falls häufig, haben aber grösseren Umfang wie die Quarze. Charakteristisch sind die in grossen Mengen vorkommenden Tertiärquarzite und Schwerspatkugeln, welche dem Merressand ent- stammen. Einen besonders schönen Aufschluss in diesen Flussgeröllen gewährt die grosse Sandgrube, welche südlich von Neu-Bamberg, hart am Ibener Weg gelegen ist. Hier ruhen die diluvialen Schotter in einer Mächtigkeit von 2— 3 m auf dem Alzeyer Meeressande und man kann da beobachten, wie der diluviale Fluss in dem Meeressande flache Rinnen ausge- höhlt und darin seine Geschiebe abgesetzt hat. Der intensiv gelbbraun gefärbte tertiäre Meeressand wird durch eine scharfe Linie von dem darüber lagernden grauen Flusssande ge- schieden. Letzterer ist ein Gemenge von gröberen und kleineren Quarzkörnern, gemischt mit Bröckchen von Sandsteinen und Melaphyren des Rotliegenden. Vereinzelt liegen darin grössere Geschiebe von Porphyren, Melaphyren, Tertiärquarziten und Schwerspatkugeln. Die Schwerspatkugeln, welche meistens eine sphärische Gestalt besitzen und einen Durchmesser von 5— 15 cm haben, schliessen bisweilen Konchylien des Meersandes ein. An verschiedenen Stellen in der Umgebung von Fürfeld und Neu-Bamberg werden diese interessanten Konkretionen von Bariumsulfat im Meeressande anstehend gefunden.
Die Schotter des Fockenfeldes reichen gegen Westen hin bis zur Talermühle; ebenso müssen die Gerölle, welche diesem Anwesen gegenüber auf der Höhe des Hesselwaldes auf- treten, ihnen zugezählt werden. Ob die Ablagerungen diluvialer Gerölle westlich Fürfeld früher auch mit dem Fockenfeld in Verbindung standen, ist zweifelhaft. Dieselben liegen nahe der hessisch-bayrischen Grenze zu beiden Seiten der Strasse Fürfeld-Hochstätten in einer Höhe von 270 m, zum teil auf Meeressand, zum teil auf Rotliegendem gebettet und stellen ein Gemisch von Quarz- und Sandsteingeröllen dar, das mit Schmitzen von Sand und Lehm wechsellagert. In beiden letzteren finden sich nun wol erhaltene Konchylien wie: Cerithium plikatum Lam, var. papillatum, Cytherea incrassata Sow, Cyrena semistriata Desh. und Cor- bulomya crassa Sdbg, die offenbar aus der Zerstörung von Schichten des Cyrenenmergels her- stammen. Möglicherweise kann dieses Vorkommen von einem Seitengewässer der Alsenz, deren Schotter nicht weit von hier im Walde nach Westen hin auftreten, herrühren.
Die Gerölle des Fockenfeldes reichen östlich bis zu dem Steilrande des heutigen Apfel- baches heran; selbst gegenüber auf dem rechten Ufer finden sich noch einzelne Ueberreste davon, welche aber bald unter einer Lehmdecke verschwinden. Weiter nach Osten, gegen Wonsheim hin, werden sie unter dem Lehm, der hier überall auf Septarienton liegt, nicht mehr gefunden. Ebenso fehlen sie gänzlich auf den aus Porphyr bestehenden Höhen des


