Aufsatz 
Beiträge zur Kenntnis der diluvialen Flußschotter im westlichen Rheinhessen
Entstehung
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Zeiträge zur enntnis der diluvialen Flussschotter im westlicken Rheinhessen

von Prof. Dr. H. Schopp.

Das westliche Rheinhessen wird zum grössten Teil durch den Wies- und den Apfelbach entwässert. Im Nachstehenden sollen die Schotterablagerungen, welche von diesen Bächen während der ersten Diluvialzeit abgesetzt wurden, sowie die ihrer Hochterrasssen, deren Ent- stehung später erfolgte, besprochen werden. Ausserdem wird es auch nötig sein die Fluss- geschiebe der Alsenz und der Nahe, soweit sie mit jenen Ablagerungen in Verbindung stehen, zu berücksichtigen.

Die ältesten Schotter des Wiesbachs.

Der Wiesbach entspringt etwa einen Kilometer weit vom Nordfusse des Donnersberges entfernt in einer hochgelegnen, sumpfigen Waldwiese, welche von einer Anzahl Bergkuppen, von anscheinend geringer Höhe eingerahmt wird.

Die bedeutendsten davon sind: Der Kahlenberg 471 m, ¹) die Höhe nördlich Basten- haus 497 m, der Wolfskopf 456 m, der Drosselfels 452 m(siehe Blatt Lauterecken der bayerischen Generalstabskarten). Das nach Norden fliessende Wasser, von den Anwohnern Winkelbach geheissen, erhält unterhalb des anmutig gelegenen Rotenkircherhofs einen starken Zufluss aus dem Sionerwald und nimmt dann bald darauf links den Kernbach auf. So verstärkt erhält es den Namen Wiesbach, der bei 243 m Höhe unweit des bayrischen Ortes Oberwiesen in hessisches Gebiet eintritt.

Von hier ab bis Wendelsheim wird seine Wassermasse durch eine grössere Zahl von mehr oder weniger starken Zuflüssen, die ihm auf beiden Seiten zugehen, sehr verstärkt. Weiter abwärts wird dem Bache bis zur Mündung in die Nahe bei Grolsheim von den ihm zugehenden Seitengewässern nur eine geringe Zufuhr von Wasser gewührt.

Von der Quelle bis in die Nähe von Uffhofen geht der Wiesbach nur durch Schichten des Mittel-Rotliegenden und durchbricht dabei viele in dasselbe eingelagerte Eruptivgesteine. Wo er sich in Sandsteine und Schiefertone eingeschnitten hat, sind Talweitungen vorhanden, dagegen bildet er in den Eruptivgesteinen sehr enge Talschluchten mit steilen, manchmal bei- nahe senkrechten Felswänden z. B.an der Teufelsrutsch oberhalb Wendelsheim.

Die ältesten Schotterablagerungen des Wiesbaches finden sich auf einer Reihe von Hügeln, welche sich auf seinem linken Ufer von Wendelsheim ab bis gegen Sprendlingen hin

¹) Die Höhenangaben beziehen sich immer auf NN. 1903. Progr. Nr. 722. v