Aufsatz 
Das Rotliegende in der Umgebung von Fürfeld in Rheinhessen / von H. Schopp
Entstehung
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und nehmen eine mehr gelblichweiße Farbe an. Sie bilden die Oberfläche des Bodens bis Mörsfeld und bis weit in den Wonsheimer Hinterwald hin.

Geht man von dem oben erwähnten Steinbruche im Thale des Sulzbaches aufwärts, ſo kann man leicht auf der öſtlichen Thalſeite an verſchiedenen Punkten die Wahrnehmung machen, daß ſowohl die an der Baſis dieſes Steinbruches auftretenden Sandſteine, als auch die darüber liegenden Fiſchſchiefer ſich der öſtlichen Thalwand entlang nach Süden weiter erſtrecken. Nach etwa einer halben Stunde Wegs gelangt man zu drei nebeneinanderliegenden und im Betriebe befindlichen Steinbrüchen, durch welche dieſe Geſteine in ausgezeichneter Weiſe aufgeſchloſſen ſind. Von dieſen Steinbrüchen, die an der ſteil abſtürzenden Bergwand angelegt ſind, zeigte der mittlere von unten nach oben folgendes Profil:

1) Eine Bank von gelbem, feinkörnigem und ſehr feſtem Sandſtein, 4,5 m ſtark.

2) Darüber eine 3 m müächtige Schicht von ſchwarzen, ſehr dünnblätterigen und leicht zer⸗ bröckelnden Schieferthonen.

3) Dann eine 12 m mächtige Bank von Sandſteinen von gleicher Beſchaffenheit wie die unter 1.

4) Ein über 4 m mächtiges Lager von Schieferthonen gleich den unter 2.

5) Bis zum oberen Rande eine Folge von mehr oder weniger dünnplattigen Sandſteinen, zwiſchen welche ſich dünne Schmitzen von Schieferthon einſchieben.

In der zweiten Schieferzone kommen nach Ausſagen der Arbeiter häufig Fiſchabdrücke und Pflanzenreſte vor. Dieſe Mitteilungen fanden dadurch Beſtätigung, daß auf der anliegenden Halde in den Schieferthonen noch Überreſte dieſer organiſchen Gebilde, leider in ſehr ſchlecht erhaltenem Zu ſtande, von mir aufgefunden wurden. Wenige Schritte weiter nach Süden von dieſer Lokalität liegt der dritte Steinbruch, bei dem ganz ähnliche Verhältniſſe wie bei dem vorhergehenden herrſchen. Doch in einem Punkte iſt eine bemerkenswerte Abweichung zu verzeichnen. Nämlich die Sandſteine unter 5 des oben beſchriebenen Profils gehen allmählich in der Richtung von Norden nach Süden gerechnet in dunkle Schieferthone über, ſo daß die Zonen 4 und ö ſich ſchließlich zu einer einzigen, mächtigen Schieferzone vereinigen.

Auf der anderen Thalſeite, ſüdweſtlich von dieſen Aufſchlüſſen, wurde vor einigen Jahren ziemlich hoch über der Thalſohle ein weiterer Steinbruch angelegt, in dem die gleichen Verhältniſſe wie dort herrſchen. Steigt man aus dem Thale zu ihm hinauf, ſo bemerkt man unterwegs auf den Feldern in Menge kleinere und größere Stücke eines poröſen Kalkſteines. Sie rühren von einem etwa 1m mächtigen Kalkſteinflöze her, das unter den beſprochenen Sandſteinen und Schieferthonen zu Tage tritt. Es hat ebenſo wie dieſe ein ziemlich ſteiles Einfallen nach Oſten. Auf der öſtlichen Thalſeite tritt das Kalkſteinlager noch einmal auf, nur liegt es hier viel tiefer und verſchwindet bald unter den Sandſteinſchichten. Es ſei hier gleich bemerkt, daß es weiter nach Oſten in unſerem hier zu be⸗ ſprechenden Gebiete nicht mehr beobachtet wird.

Von dem Wonsheimer ForſthauſeJägerluſt zieht ſich in weſtlicher Richtung ein tief ein⸗ geſchnittenes Seitenthal hinab nach dem Appelbachthale, in welches es bei dem bayeriſchen Orte Nieder⸗ hauſen mündet. An ſeinen nach SW. gerichteten Thalgehängen werden beim Roden der Weinberge öfters Fiſchabdrücke gefunden. Sie liegen in eben ſolchen blauen oder ſchwärzlichen, thonigen und leicht zerreiblichen Schiefern, wie wir ſie bei Münſterappel kennen lernten, und es kann nach allen

Beobachtungen, die ich machte, gar keinem Zweifel unterliegen, daß wir hier eine Fortſetzung der 1.