Aufsatz 
Antrittsrede und Schulnachrichten / vom Direktor Dr. Schmidt
Entstehung
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VI. Stiftungen und Unterstützungen von Schülern.

Otto-Stiftung. M. rf. M. Pf. Das Vermögen der Stiftung betrug am Ende des Schuljahres 1905/1906..... 5112 64 I. Einnahmen: V 1. Zinsen von Staatspapieren.. 172 2. Zinsen vom Vorschuſsverein bis 1. Januar 1907....... 3 36

II. A b Summe.. 5288 . Ausgaben:

1. Unterstützung früherer Schüler............. 160

2. Für die bibliotheca pauperum..... 11 Summe.. 171 bleibt Bestand.. 5117 Das Vermögen der Stiftung besteht aus: 1. Guthaben bei der Staatsschuldbuch-Verwaltung...... 5000, M. 2. Guthaben bei dem Vorschufsverein......... 115,72 3. Kassenbestand................. 1.28

Summe.. 5117, M.

VII. Mitteilungen an die Schüler und an deren Eltern.

Mannigfache Erfahrungen, die ich in meiner bisherigen Amtstätigkeit hierselbst gemacht habe, haben mir bewiesen, dals leider nicht alle Angehörigen der Schüler die rechten Mittel wählen, um das Verhältnis zwischen Schule und Elternhaus so zu gestalten, wie es für die Interessen beider, zumal für das Gedeihen der Jugend, nützlich und notwendig ist. Anstatt in Fällen des Zweifels über die Richtigkeit der Maſsnahmen von seiten der Schule und der einzelnen Lehrer sich ver- trauensvoll persönlich an den Direktor und die Lehrer um Aufklärung zu wenden, ziehen sie es vor, zur anonymen Denunziation zu greifen oder Beschwerdeartikel ohne Namensunterschrift an die Presse zu senden, die diese dann bedauerlicherweise meist ohne vorherige Erkundigung nach dem wahren Sachverhalte veröffentlicht.

Ein solches Verfahren verdient wegen der ihm anhaftenden schweren Schäden entschiedene Milsbilligung. Es verletzt den obersten Grundsatz der Gerechtigkeit: audiatur et altera pars! Es beruht auf unzuverlässiger Grundlage, da die Berichte von Schülern über Schulvorgänge erfahrungs- gemäls recht oft die Unreife und parteiische Einseitigkeit der Jugend an sich tragen, während die Lehrer auf ihr Amt vereidigte Männer sind, die zwar wie alle Menschen dem Irrtum ausgesetzt sind, von denen man aber doch annehmen sollte, daſs sie pflichtbewulst nach bestem Wissen und Können ihre mühevollen Aufgaben zu erfüllen trachten; es verfehlt auch seinen Zweck, da es, aus dem Versteck ausgeübt, jede gegenseitige Verständigung ausschlielst und als anonymes Verhalten demgemälfs zu bewerten ist; es enthält ferner eine starke Beleidigung gegen den Charakter der Lehrer, insoweit es sich durch die Behauptung oder Andeutung zu rechtfertigen sucht, dafs ein offenes Eintreten für die erhobenen Beschuldigungen an den beteiligten Schülern vergolten würde; schlielslich vergiftet es geradezu das Verhältnis der Schüler zu der Anstalt, wenn jene, statt zur Ehrerbietung gegen die