Aufsatz 
Über den Ausdruck der Gefühle. (Semasiologische Beiträge I.) / Engelbert Schneider
Entstehung
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7. Stechen, stossen.

Bitter, scharf, Reue, Verdruss; dtsch. Reue, reuen; mhd. riuwe Betrübnis, Schmerz, Trauer, Reue; ahd. riuwa, hriuwa f. Reue, hriuwan reuen, dauern, verdriessen; ags. hreowan verädriessen, ärgern zur idg. Wurzel kru- in lat. piget me ich empfinde Verdruss= es sticht mich; griech. π GG bitter, scharf zur idg. Wurzel peik- skr. pig- (pigçati) schneide aus, gestalte; skr. tikta bitter; tigma scharf, heftig; téêga m. Schärfe, Kraft von tig-(tegati) scharf sein; griech. ⁵μέμ steche; lat. stinguo. In lit. pykti zürnen, peikti verachten= wegstossen, ahd. fehjan hassen bezeichnet stechen, stossen die

Wirkung des Gefühls. 8. Schneiden.

Scharf, bitter; skr. katu beissend, scharf von Geschmack; lit. kartüs bitter, streng zu skr. kart-,(krntati) schneidet. Hebr. 2xy n. Gefäss, Kränkung, Schmerz, Mühe; xy m. Götzenbild; Schmerz, Leid; ſoxy m. Beschwerde, saure Arbeit; agy m. Schmerz, 2pd f. Qual, Pein von axy schneiden, schnitzen, kränken, Schmerz bereiten.

9. Zusammenschnüren, würgen, binden.

Angst, Schmerz; dtsch. Angst, lat. angor Angst zu ango schnüre zusammen; vgl. oben S. 13. Angst= Enge bezeichnet ursprünglich die Ursache, dann auch die Wirkung; ich fühle mich gebunden; skr. baâdha m. Pein, Schmerz, Plage, Not zu bâdh-(bâdhate) drängt, plagt sabadha leidend, krank, paribâdha f. Mühsal, Beschwerde aus bandh- binden. Desid. bibhatsate ckelt sich bibhatsa ekelhaft bibhatsaà f. Ekel, Abscheu= Würgen, Drücken be- zeichnet die Wirkung des Gefühls.

10. Verletzen.

Schmerz, scharf; dtsch. verletzend; sich verletzt fühlen; got. sair n. Schmerz; nhd. unversehrt; lett. siws scharf, barsch, beissend, grausam; im verwandten lat. saevus, saevire wüten, saevitia, Wut ist die Wirkung des Gefühls bezeichnet.

11. Arbeiten, sich abmühen, leiden.

Lat. laboro arbeite, leide; labor Arbeit, Mühsal; vgl. oben S. 17. Skr. gam(amati)= cim-(çimyati) arbeitet, müht sich ab, ermüdet; cami f. Mühe, Fleiss; pte. çànta ruhig, still, sanft, mild; praçÄnta beruhigt, zufrieden, gleichgiltig; ama m. Gemüthsruhe; çamatha m. dasselbe. çamin ruhig gelassen., çram(cràmyaté) mühe mich ab, werde müde; pte. cränta ermüdet, n. Anstrengung, Ermüdung; parigranta erschöpft; çrama m. Arbeit, Anstrengung, Ermüdung; vi- sich ausruhen, erholen; urverwandt mit klam-(klämyati) ermüdet; klänta erschöpft, ermüdet, schlaff, welk, viklanta dasselbe; klama m. Müdigkeit, Schlaffheit; dtsch. Harm, sich abhärmen. Hebr. dy Arbeit, Mühe, Mühsal, Ungemach. dpy sich abmühend,

leidend, unglücklich, zu dy arbeiten, sich abmühen.

12. Rasten, ruhen, verweilen.

Ruhe, Behagen, Freude; skr. ram-(ramate) macht fest(vgl. dtsch. rammen); ruht, erfreut sich; pte. rata vergnügt, froh; rati f. Ruhe, Lust, Freude; arati f. Unlust; rama er- freuend; ranti f. das Verweilen, Behagen; got. rimis n. Ruhe; griech. 7οεμ⁴αα Ruhe; vermutlich urverwandt mit dtsch. Rast(rasten); ferner skr. ran-(ranate) freut sich, labt sich, thut sich gütlich; rana m. Lust, Freudigkeit; ranv-(ranvati) ergötzt; ranva erfreulich, angenehm; fröhlich; lat. quies Rube, quietus ruhig, quiescere ruhen; skr. kshêema behaglich, ruhig;