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Skr. lubh-(lubhyati) begehrt heftig, lockt, zieht an sich; 106 bha m. Begierde; lat. lubido libido Lust, Verlangen, Begierde; lubet, libet es beliebt, gefällt; got. lubains f. Hoffnung; liufs lieb; ksl. ljubiti lieben; nhd. lieb, Liebe, vermutlich wie bhag und bhug urverwandt mit labh-, rabh- fassen, an sich ziehen. Skr. vi-(vêshi) gehst herzu, begehrst, strebst; griech. ſeuat erstrebe, begehre. Grundbedeutung: auf etwas zugehen. Fahe, Freude zend shaà sich erfreuen; shata erfreut; shâo froh; altpers. shiyãèti Freude, Annehmlichkeit; lat. quies Ruhe; quiesco ruhe; urverwandt mit skr. kshi-(ksheti) verweilt, wohnt sicher; ksl. pokoj m. Ruhe, Freude; pocija, pociti ruhen, verweilen; got. hveila f. nhd. Weile; kshêma behaglich, ruhig; m. sicheres Wohnen, Rast, Friede. Skr. ram-(ramati, ramate) macht fest(vgl. dtsch. rammen), vervweilt, rastet, ruht, erfreut sich; ràma m. Lust; zend râma f. Ruhe, Annehmlichkeit; griech. οεμ⁴ Ruhe;„εεεεν ruhen; got. rimis n. Ruhe; lit. ràmas Ruhe; urverwandt mit den Wurzeln skr. ra-, ran-, ranv-; vgl. dtsch. Rast, Ruhe. Behagen skr. trpti f. Sättigung, Befriedigung, Behagen; griech. 1εοε☚ Behagen; skr. tarpana sättigend, erfreuend; griech. zeomπς¶ erfreuend; skr. trpta zufrieden; atrpta unzufrieden, zu skr. tarp-(trpyati) sättigt sich, wird befriedigt; griech. 1ε6ο,ιπο sättige, erfreue; rεοποναα freue mich, dessen ursprüngliche Bedeutung noch an Stellen wie Hom. od. 1, 26: 5 νϑε„ε 1εαραρσανακατο dαα Tαννμεκνοσ u. a. zu erkennen ist. Ein voller Magen war schon in den ältesten Zeiten die Vor- aussetzung des Bebagens, der Zufriedenheit und Freude. WMonneé, ahd. wunna f. Freude, Lust, Augenweide; Weideland; got. unwunands sich nicht freuend, betrübt; ahd. wini Freund, Gatte; urverwandt mit skr. vanas n. Reiz, Verlangen, Anmut; vanus verlangend, eifrig, anhänglich, m. Angreifer, Feind; vanushyati ist eifrig, greift an; med. verlangt; van-(vandti) hat gern, wünscht, gewinnt, siegt; vèen-(véênati) hat Verlangen, ist neidisch; vênyu begehrens- wert; suvêna sehnsuchtsvoll; lat. Venus Liebreiz; venustus; venerari verehren; venia Gunst, Verzeihung. Weiterbildung ist vdànkh(vànkhati) begehrt; vânkhaà f. Begehren, Wunsch; ahd. wunsc m. Wunsch; wunskjan wünschen; die Grundbedeutung der Wurzel ist gewinnen, an sich ziehen. Skr. vanas Reiz, Anmut= das Anziehende; lat. venia Verzeihung = das Ansichziehen; ahd. wunna Weideland; got. vinja f. Weide, Futter= das, was die Herde anzieht. Bedeutungsgegensätze wie ahd. wini Freund, skr. vanu Feind erklären sich aus den Gefühlsgegensätzen, die mit dem Ansichziehen verbunden wurden. Das feindselige Ansich- reissen hatte auf der anderen Seite ein Sichwinden zur Folge. Daraus erklärt sich die Bedeutung von got. winnan leiden, Schmerz empfinden; winnô f. Leiden. Liebe, Freundschaft skr. pri- (prindâti, prinite) erfreut, liebt; priydyate befreundet sich; prayas n. Liebe, Gunst; priya lieb, m. Freund= zend frija lieb, m. Freund; priti f. Freude, Freundschaft, Liebe; prêman Liebe; priyatva n. Liebe= got. frijapva f. Liebe; zend fri- lieben; ksl. prija- teli m. Freund; prijaja, prijati sorgen für; got. frijônds Freund; frijôn lieben; as. fri Weib, Geliebte; ahd. friunt Freund. Die ursprüngliche Bedeutung der Wurzel pri- scheint einhegen zu sein; vgl. Friede, Friedhof, einfriedigen; got. freidjan schonen, sich enthalten; ahd. friten schonen. In dem urverwandten frei, ahd. fri, got. freis frei liegt eine gegensätz- liche Bedeutung vor. Eingehegt und frei waren korrelative, eng mit einander verbundene Begriffe, die sich gegenseitig berührten und stützten.*) Hierher gehört auch freien, um eine
*) Vgl. Ludwig Noiré, der Ursprung der Begriffe aus dem Gegensatz, in Logos, Ursprung und Wesen der Begriffe“, Leipzig 1885, S. 313; Abel, der Gegensinn der Urworte in ˙Sprachwissenschaftliche Ab- handlungen“ 1885, S. 311 ff.


