Aufsatz 
Über den Ausdruck der Gefühle. (Semasiologische Beiträge I.) / Engelbert Schneider
Entstehung
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bald dahin, bald dorthin; das Herz schlägt ihm laut in der Brust, die Zähne klappern. Il. XIII 279 ff.

Der um Hektor trauernde Priamos liegt im Vorhofe in seinen Mantel gehüllt am Boden. Schmutz lag auf Haupt und Nacken, den der Greis mit den Händen auf sich häufte, indem er am Boden sich wälzte; um ihn sitzen weinend seine Söhne. II. XXIV 161 ff.; vgl. 640. Beim Empfange der Nachricht vom Tode des Patroklos streut sich Achill mit beiden Händen russigen Staub auf das Haupt und entstellt sich das liebliche Antlitz; auch an dem herrlichen Kleide haftete die schwarze Asche; lang und weit ausgestreckt liegt er am Boden und rauft sich das Haar. Il. XVIII 22 ff.; vgl. auch Od. 24, 315 ff. Briseis wirft sich über den toten Patroklos und laut wehklagend zerkratzt sie sich Brust, Hals und das schöne Antlitz. II. XIX 284 f.

Wie schon bemerkt, wurde diese Art des Gefühlsausdrucks von der Vernunftsprache in nicht wenigen Fällen zur Benennung der Gefühle benutzt. Davon wird weiter unten die Rede sein.

2. Ausdruck der Gefühle durch Interjektionen.

Zu den Mienen, Geberden und anderen Reflexen, die ihrem Ursprunge nach noch nicht alle genügend erklärt sind, kommt als zweite Art des unmittelbaren Gefühlsausdrucks, häufig mit der ersten und dritten Art verbunden, der Gefühlsschrei, die Interjektion.

Ah rufen wir im Gefühle des Behagens und der UÜberraschung, häà auch voll Ingrimm und Stolz, haä vor Schreck und Abscheu, à vor Verachtung und Ekel; ach, au, autsch, weh vor Schmerz, ach auch voll Freude, Sehnsucht und Kummer, vor Mitleid, UÜberraschung und Un- mut; brr oder pfui vor Abscheu und Entrüstung, ei vor Verwunderung, Freude und Unwillen; hei, ju, juchhe, juchhei vor Lust, ho oder oho voll Widerwillen, hu vor Furcht und Schauder; hui vor Erstaunen und Bewunderung; hurrah voll Kampfesmut; o vor Bedauern und Uberdruss, voll Unwillen und Widerstreben; pah, bah oder apah und abah voll Geringschätzung, puh voll Widerwillen; ätsch ruft das Kind voll Schadenfreude, äks vor Ekel; ebbàä sagte vor einiger Zeit die vornehme Berliner Herrenwelt, wo gewöhnliche Leute hübsch, nett, fein, geschmack- voll sagten..

Manche dieser Interjektionen sind uralt. X rief auch der Lateiner und Inder vor Über- raschung, haà der Inder und d der Grieche vor Verwunderung, Staunen und Behagen. àch, d, häh, oder o, ahâh wehklagte der Hebräer; vgl. skr. ha, haha, hahaha; ayéè be- zeichnet auch im Sanskrit, im Griechischen Verwunderung; hui drückt im Lateinischen Be- wunderung und Staunen aus. I0 rief der Lateiner, lat, ixēν, iaxvod, uj loũ, 1u der Grieche, wo wir ju oder juchhe rufen würden. Unserem pfui entspricht griechisch qeö, unserem weh lateinisch vae, got. wai, griech. ouat, lett. wai.

Andere dieser Interjectionen haben in den verschiedenen Sprachen abweichende Bedeutungen. Au ist im Lateinischen Ausdruck der Überraschung und Entrüstung, ahô im Sanskrit Ausdruck des Staunens, des Unwillens, der Freude und Trauer; at im Griechischen auch Ausdruck des Schmerzes; vgl. lat. ei, hei; mhd. ahi. Lat hui drückt auch Unwillen und Erbitterung, lat. i0, griech. 1.νι, 105, ¹oi auch Trauer und Schmerz aus. In Verbindung mit Worten der Vernunft- sprache können überhaupt einzelne Interjektionen die mannigfachsten Bedeutungen erhalten. So hat ein Grammatiker dem italienischen ah zwanzig Bedeutungen beigelegt.

Andere alte Interjektionen haben wir verloren. Alæ oder lslei als Ausdruck des Kampfesmutes, 244eò als Ausdruck des Schmerzes; vgl. hebr. 298, weh; griech. drtœαiαi als