Aufsatz 
Über den Ausdruck der Gefühle. (Semasiologische Beiträge I.) / Engelbert Schneider
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

Feige bekommt Herzklopfen. II. XIII 282. Agamemnon ist vor Angst um die Danaer ausser sich, das Herz will ihm aus der Brust springen, er zittert am ganzen Leibe. Il. X 95. Dem Odysseus bellt vor Erbitterung über das Treiben der Mägde das Herz in der Brust Od. 20, 13. Der er- schreckten Andromache schlägt es bis zum Munde. II. XXII 452

Andromache drückt dem heimkehrenden Hektor weinend zum Grusse die Hand. II. VI 406. Auch Nestor reicht mit seinen Söhnen und Freunden dem Telemach und Mentor die Hand zum Grusse. Od. 3, 35; vgl. Od. 1, 121; 2, 302; 10, 397; 19, 415; 24, 410. II. XI 646. 778. Odysseus, der von der Gemahlin Abschied nehmen will, fasst sie am rechten Handgelenk. Od. 18, 258. Thetis fasst den Achill an der Hand, um ihn zu beruhigen. II. XIX 7; vgl. Il. XXIV 361; Nestor den Telemach, um ihm Glück zu wünschen. Od. 3, 374; vgl. II. X 542. Poseidon und Athene nehmen den Achill an der Hand, um ihm wieder Vertrauen und Mut einzuflössen. II. XXI 286. Liebkosend streichelt Dione ihre Tochter Aphrodite, II. V 372; Thetis den Achill, II. I 361; XXIV 27; Menelaos den Telemach, Od. 4, 610; Hektor die Andromache, II. VI 485; Kalypso den Odysseus, Od. 5, 181; vgl. O0d. 13, 288. Flehend umschlingt Adrast die Knie des Menelaos. Il. VI 45; vgl. O0d. 7, 142; 10, 264; II. XXI 71; XXIV 478. Thetis umschlingt bittend mit der Linken die Knie des Zeus, mit der Rechten fasst sie ihn unter dem Kinn. II. I 500 f.; vgl. Il. VIII 371. Die von der Skylla geraubten Genossen strecken hilfeflehend die Hände nach Odysseus aus. Od. 12, 256 f.; vgl. II. IV 523; XIII 549; Od. 9, 294. Um Erbarmen bittet durch diese Geberde Lykaon. Il. XXI 115. Mit ausgebreiteten Händen geht Dolios auf Odysseus zu, um den Heimgekehrten zu begrüssen. Od. 24, 397 Verlangend streckt Achill im Traume nach dem Schatten des Patroklos die Hände aus; er kann ihn nicht fassen. Erstaunt erhebt er sich und schlägt die Hände zusammen. Il. XXIII 101. Voll Schmerz und Unwillen schlägt sich Odysseus mit den flachen Händen wehklagend auf die Schenkel. Od. 13, 198 f. Khnlich Achill, als er das Feuer aus den Schiffen auflodern sieht, Il. XVI 125; Patroklos, als er die siegenden Troer gegen die Mauer anstürmen hört, Il. XV 397 f.; Ares, als er hört, dass sein Sohn Aska- laphos gefallen, Il. XV 113 f.; Asios, der vergeblich anstürmt. II. XII 162. Bei der Nachricht vom Tode des Patroklos schreien die Sklavinnen laut auf und schlagen sich mit den Händen die Brust. Die Knie sind ihnen kraftlos. II. XVIII 29 ff. Zornig schlägt sich Odysseus an die Brust und kämpft den Zorn nieder. Od. 20, 17. In verzweiflungsvollem Schmerze schlägt sich Priamos mit den Händen auf den Kopf. II. XXII 33..

Voll Scham bedeckt sich Odysseus mit laubigem Zweige die Blösse. Od. 6, 128 f.; vgl. Mos. I 3, 7.

Andromache zittert in banger Ahnung an allen Gliedern, als sie im Gemache das Weh- klagen der Troer um den gefallenen Hektor hört; sie lässt das Weberschiffchen fallen; das Her⸗ schlägt ihr bis zum Munde; die Knie sind ihr wie gelähmt. Il. XXII 447 f.; 451 f. Beim An- plick des Achill zittert selbst Hektor und flieht. II. XXII 136 f; vgl. II. VII 214; XI 745; XX 45; Od. 18, 77. Beim Anblick der Natter fährt der Wanderer entsetzt zurück; es schlottern ihm die Beine; blass vor Furcht weicht er zurück. II. III 33 ff. Hades springt vor Furcht von seinem Throne auf und schreit laut. II. XX 62. Voll Ehrerbietung stehen die Unsterblichen vor Zeus auf. II. I 533 f.

Achill kann vor Sehnsucht nach Patroklos nicht schlafen; er weint und wälzt sich unruhig auf seinem Lager; bald legt er sich auf die Seite, bald auf den Rücken, bald auf das Gesicht; bald steht er auf und schweift am Gestade des Meeres umher. II. XXIV 5. 10 f. Der Feige wechselt die Farbe, ruhig zu sitzen ist ihm unmöglich; er kauert sich

2